Eurovision Song Contest 2016 – Fazit & Top 5

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Es ist wieder diese Zeit im Jahr. Die Zeit, zu der viele unter der sogenannten „Post-Eurovision-Depression“ leiden. Denn ist es für einen leidenschaftlichen Fan des Eurovision Song Contest, kurz ESC genannt, nicht eine grausame Vorstellung, ein ganzes Jahr warten zu müssen, bis der Spass wieder losgeht? Bei mir ist das definitiv der Fall, daher kommt nun mein Rückblick auf den diesjährigen ESC!

Im Vorfeld der diesjährigen, in Schweden stattfindenden Austragung, stand zunächst eine Änderung der Punktevergabe. Das System selbst wurde nicht verändert. Nach wie vor wird der Wettbewerb zu je 50% von den Zuschauerinnen und Zuschauern, sowie Fachjurys aus den teilnehmenden Ländern entschieden. Neu ist nur, dass die Bewertungen von Publikum und Jury nicht mehr kombiniert, sondern komplett separat dargestellt werden, womit es plötzlich doppelt so viele Punkte zu vergeben hat, ohne dass sich aber am Ergebnis etwas ändern würde. Trotzdem glauben bis jetzt eine Menge Leute, dass der diesjährige Siegertitel durch „das neue System“ zustande kam. Ein Irrtum, der auf die veränderte Präsentation der Punkte zurückzuführen ist. Indem die gesamte „Ländertour“ nur die Jurywertungen zeigt und erst nachher die Zuschauerpunkte hinzukommen, kommt leicht das Gefühl auf, dass hier mit einer neuen Zählmethode getrickst wurde. Ich persönlich hoffe, dass die Veranstalter nächstes Jahr zur alten Punktevergabe zurückkehren, welche trotz ihrer Schwächen klare Vorteile bietet.

Aber genug mit den Zahlen, kommen wir zu den Songs! Viele regen sich dieses Jahr über alles mögliche auf, ganz besonders über den Sieg der Ukraine. Natürlich lässt es sich nicht bestreiten, das Lied war hochpolitisch und hat sicher viele reine Proteststimmen erhalten, gerichtet gegen die Politik von Wladimir Putin. Trotzdem kann man den Veranstaltern nicht den Vorwurf machen, dass sie das Lied nicht hätten zulassen sollen, denn der Text an sich bietet dafür keine Grundlage. erst durch den Kontext bekommt die Sache eine politische Aussage. Den ESC deswegen für billige Polemik zu nutzen ist aber sinnlos. Denn die Veranstaltung war immer schon eine höchst politische Sache und das wird auch in Zukunft so bleiben, „ruiniert“ wurde hier gar nichts.

Kommen wir zu meinen Top 5…

5: Ukraine

Jamala – „1944“

Vergessen wir mal alle Politik: Dieser Auftritt war phänomenal. Zu dezenter Musik und einer an diesem Abend einzigartigen Choregrafie bot Jamala auch die wohl beste Gesangsleistung. Von einem unverdienten Sieger kann hier auf keinen Fall die Rede sein, mit einem technisch so hochstehenden und doch emotionalen Auftritt gewinnt man nicht einfach zufällig den ESC. Ich setze den Beitrag aber trotzdem nicht höher, einfach weil ich die nächsten vier rein subjektiv gesehen unterhaltsamer fand.

4: Russland

Sergei Lasarew – „You Are the Only One“

Ginge es allein nach dem Resultat des Televotings, so hätte der russische Beitrag gewonnen. Erst durch die Jury landete er schliesslich gesamthaft auf Rang 3. Man kann sich über die musikalische Qualität dieses ultraeingängigen Ethnopops streiten, aber was die Show betrifft, kam dieses Jahr nichts an Sergei Lasarew heran. Genau solches Spektakel gehört bei jedem ESC mit dazu!

3: Österreich

ZOË – „Loin d’ici“

Ganz anders präsentierte sich Österreich: Ein französischer(!) Song, der einen zurückversetzt in eine Zeit, als der ESC noch Concours Eurovision de la Chanson hiess. Der Auftritt war simpel und das Lied klang positiv, ein angenehmer Kontrast zu dramatischen Materialschlachten oder tragischen Balladen. Hier hätte ich mir eine höhere Platzierung als Rang 13 gewünscht.

2: Australien

Dami Im – „Sound of Silence“

Ja, Australien gehört zu Europa, habt ihr etwa in Geografie nicht aufgepasst? In der zweiten Teilnahme des Landes fehlte nur wenig zum Sieg, bei den Jurys steht Dami Im sogar auf Platz 1. Die Sängerin mit koreanischer Abstammung sang die klassische „ESC Powerballade“ auf höchstem Niveau und hätte damit sicherlich so manchen anderen ESC gewonnen.

1: Belgien

Laura Tesoro – „What’s the Pressure“

Schon vor einem Jahr war Belgien mein Favorit und nun haben sie das erneut geschafft. Der Song und die Outfits erinnern an die 70er und fallen dieses Jahr sofort auf, ganz klar einer der einzigartigsten Beiträge 2016. Laura Tesoro war auch eine der wenigen Künstler am ESC, welche die Interaktion mit dem Publikum suchten und die Bühnefläche wirklich ausnutzten. Ich weiss nicht was es ist, aber der Song gefiel mir auf Anhieb am besten. Der Song macht Spass und wirkt trotz aller Professionalität echter als die meisten anderen.

Und die Schweiz? Darüber wollen wir lieber den Mantel des Schweigens hüllen…

by Andypanther

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