Star Wars Episode VII Review (Spoiler!)

Es ist soweit Leute, hier ist endlich mein Review zum neusten Star Wars Film! Als ich im Kino sass und den bekannten Schriftzug zu der vertrauten Musik erblickte, gefolgt vom unverzichtbaren Lauftext, fühlte sich das seltsam unwirklich an: Ich würde also tatsächlich einen völlig neuen Star Wars Film sehen! Noch nie zuvor hatte ich einen neuen Release innerhalb dieser legendären Filmsaga so bewusst miterlebt. Bei den Originalen war ich noch nicht geboren und die Prequels gingen völlig an mir vorbei. Entsprechend gespannt war ich also, was The Force Awakens bieten würde…

An dieser Stelle soll gesagt sein, dass ich die Originaltrilogie vergöttere wie kaum etwas anderes. Ich habe sie in jenem jungen Alter erstmals gesehen, in denen alles noch einen viel grösseren Eindruck auf einen macht als wenn man erwachsen ist. Ich war gefesselt von den Weltraumschlachten, fürchtete mich vor Darth Vader und fand Han Solo den coolsten Typen des Universums. Und wie könnte ich Carrie Fisher im Slave-Outfit vergessen…  Star Wars war also das absolut grösste und hat wesentlich dazu beigetraten, dass aus mir ein Nerd wurde. Die Prequels sind da ganz anders. Ich denke über die wurde schon alles gesagt, was gesagt werden muss. Sie sind schlecht.

The Force Awakens beginnt langsam, lässt sich Zeit einem in das veränderte Star Wars-Universum einzuführen und die neuen Charaktere vorzustellen. Da wäre die junge Schrotthändlerin Rey, die auf einem Wüstenplaneten lebt, der wohl noch weiter vom Zentrum der Galaxie entfernt ist als Tatooine. Da wäre Finn, ein desertierter Sturmtruppler, der eigentlich nur so weit weg will von der sogennaten „Ersten Ordnung“, wie nur irgend möglich. Oder Kylo Ren von eben dieser Ordnung, der so etwas wie der Darth Vader dieses Films ist. Dazu kommen bekannte Figuren wie Han Solo, Leia oder Chewbacca. Sie alle treffen nach und nach aufeinander und man erfährt was ihre Rolle in der neuen Geschichte ist. Schliesslich mündet die Handlung in ein spektakuläres Finale, das im Prinzip eine Neuverfilmung von Episode IV ist.

Soll man den Film nun dafür kritisieren, dass er nur von Nostalgie lebt und auf Nummer sicher einen alten Klassiker kopiert? Prinzipiell muss solches krtisiert werden (wie ich es auch schon bei einem Star Trek: Into Darkness getan habe), aber hier ist die Situation nicht ganz so einfach. Denn Episode VII ist eben doch kein Nummer-Sicher-Film, dafür wurden zu viele Risiken eingegangen. Man setzte auf junge, noch kaum bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler und schreckte auch nicht davor zurück, in vielen wesentlichen Punkten vom bekannten Weg abzuweichen. So ist der Bösewicht schlussendlich eben doch kein eiskalter Meister der Dunklen Seite, sondern ein blosser Schüler, der innerlich noch völlig zerrissen ist. Wir sehen auch nicht den typischen weissen Mann in der Hauptrolle, sondern eine starke Frau und einen schwarzen Sturmtruppler. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu anderen „Halb-Remakes“ dieser Art: The Force Awakens ist einfach als Film zu gut, um sich über die Kopiererei aufzuregen. Es ist in etwa vergleichbar mit den Kritikpunkten zu der Originaltrilogie, die Anhand des phänomenalen Gesamtprodukts ziemlich egal sind.

Optisch hat mir der Film sehr gut gefallen, er lässt die Prequels plötzlich noch viel schlechter aussehen. Endlich hat man jene ideale Mischung aus praktischen Effekten und CGI gefunden, die Star Wars verdient hat. Es wurde ganz offensichtlich versucht, alles möglichst wie in der Originaltrilogie aussehen zu lassen, weg vom klinischen Stil der Prequels. Die Schauplätze sahen gut aus, eben so die Kampfszenen. Das gilt sogar für den einzigen Lichtschwertkampf des Films, nachdem mir die Prequels Lichtschwerter regelrecht verdorben hatten. Diese Kämpfe dürfen nicht wie eine perfekte Choreografie aussehen, frei von Emotionen. Hier kämpften Menschen, keine Superhelden, deshalb war es auch spannend. Ich hoffe, man erinnert sich auch bei Episoden VIII und IX daran, wie man Lichtschwerter effektiv einsetzt.

Bleibt noch die Frage, wie mir die neue Story gefällt. Für dieses wurden erwartungsgemäss sämtliche Expanded Universe-Publikationen ignoriert. Egal was Nerds also über die Zeit nach Episode VI zu wissen glaubten, es ist bedeutungslos. Jedenfalls scheint es, als wollte man sich auch bei der Story konsequent an der Originaltrilogie orientieren. Daher ist in diesem neuen Setting, Jahrzehnte nach der Vernichtung der Sith, die Macht wieder gehörig aus dem Gleichgewicht geraten und wir haben es erneut mit dem Kampf Rebellen gegen Imp-, ich meine Erste Ordnung zu tun. Also X-Wings gegen TIE-Fighter, das gewohnte Programm. Wir lernen, dass die Neue Republik zwar offiziell einen Waffenstillstand mit der ersten Ordnung vereinbart hat, aber heimlich weiterhin die Rebellen unterstützt. Die Jedi sollten unter der Führung von Luke Skywalker zurückkehren, bis sie jedoch durch einen Verrat wieder vernichtet wurden und Luke sich ins Exil zurückzog. Und Han Solo hat natürlich wieder Schulden. Diese Ausgangslage bietet tatsächlich jede Menge Möglichkeiten und stellt viele Fragen, genug um das Interesse für weitere Filme zu wecken.

Und natürlich wäre da noch das Ende, worüber wohl in jedem Review eine Meinung gefragt ist. Über die Tatsache, dass es schon wieder ein Todesstern ist, sollte schon weiter oben genug gesagt worden sein, also kommen wir zu den Punkten die polarisieren: Han Solos Tod und das Duell zwischen Rey und Kylo Ren.  Für mich war immer klar, dass in diesem Film ein alter Charakter sterben muss, die Frage war nur, wer es sein würde. Da Luke in in diesem Film praktisch nicht existent ist, war Han Solo der wahrscheinlichste. Nun gehöre ich auf keinen Fall zu denen, die es ablehnen, Charaktere sterben zu lassen, seien diese auch noch so beliebt. Was zählt ist nur, ob es gut gemacht ist und auch einen Sinn hat – Schock-Deaths sind völlig unnötig. In diesem Fall war die Todesszene bewusst schlimm anzusehen, da es alles andere als ein Heldentod ist. Dies verstärkt die Wirkung natürlich enorm und weckt Erwartungen. Man will, dass dieses Storyelement die nächsten Filme positiv beeinflusst. Sollte das erste Sequel eine wenig überzeugende Handlung haben, wird es schnell heissen, man habe einen der coolsten Filmcharaktere für nichts geopfert.

Das anschliessende Lichtschwertduell war ein ganz besonderer Genuss, hatte man doch so lange nichts als seelenlos choreografierte Effekfeuerwerke vorgesetzt bekommen. Schlussendlich endet die Sache mit der interessanten Wendung, dass Rey gewinnt obwohl sie gerade erst zu erahnen beginnt, zu was sie mit der Macht in der Lage ist. Ich fand diese Idee grandios, weil sie zur klassischen Thematik der Saga passt. Wer nicht mit sich im reinen und von Angst erfüllt ist, kann trotz scheinbarer Überlegenheit nicht gewinnen. Ist Rey deswegen eine langweilige Mary Sue? Nicht wirklich, zumindest nicht mehr als früher bereits Luke Skywalker. Ich hab da tatsächlich den bösen Verdacht, dass diese Kritik etwas mit dem Geschlecht zu tun haben könnte…

Fazit

The Force Awakens schafft das Unmögliche: Ein neuer Star Wars Film, der praktisch alle Fehler der Prequels korrigiert und jemand so kritisches wie mich überzeugen kann. Die absolute Brillanz der Originale fehlt und trotz allen Lobes wurde doch etwas zu viel kopiert. Insgesamt ist der Film aber genau das, was Star Wars für mich sein muss: Ein epische Weltraumsaga voller Spannung, klassischer Gut-gegen-Böse-Story und viel Humor. Die Prequels haben nicht einmal das Recht, in der gleichen Dimension wie dieser Film zu existieren!

8 von 10 im Film kein einziges mal erwähnte Midi-Chlorianer

by Andypanther

Eine Antwort zu “Star Wars Episode VII Review (Spoiler!)

  1. Sehr schoener Text, teile die Meinung absolut.

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