Eurovision Song Contest 2015 – Fazit und Top 5

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Ein weiterer Eurovision Song Contest ist zu Ende gegangen, Zeit also für einen Rückblick! Ich habe versucht, eine persönliche Top 5-Liste aufzustellen mit den Auftritten die mich am meisten überzeugt haben. Glaubt mir, das war alles andere als einfach!

Das Niveau war dieses Jahr nämlich höher als auch schon. So richtig mies war im Finale eigentlich nichts, den Sieg verdient hätten manche. Dass die Schweiz so schlecht weggekommen ist, war unverdient, da sie im klar schwächeren der zwei Halbfinals antrat und einen gelungenen Auftritt zeigte. Obwohl man fairerweise sagen muss, dass der Beitrag im Finale wohl untergegangen wäre. Die Nuller für Deutschland und Österreich waren auch nicht besonders fair: Die Auftritte waren bestimmt nicht überragend, aber echte Nullnummern sehen anders aus.

Bevor ich zu meinen persönlichen Favoriten komme, sind hier noch ein paar Beiträge die es knapp verpasst haben in die Top 5 zu kommen. Da wär etwa der Sieger Schweden, welcher die mit Abstand beste Bühnenshow lieferte, die ich am ESC seit Jahren gesehen habe. Einfach nur spektakulär! Das Lied selbst war allerdings etwas gar einfach gestrickt, da haben mich andere klar mehr überzeugt.

Komplexer war da Norwegen mit seinem düsteren Duett. Die Schweiz gab diesem Lied viele Punkte, was wohl nicht unwesentlich damit zusammenhängt, dass die Sängerin den Roten Pass besitzt. Ich fand die Nummer zwar auch stark, aber für eine Top-Platzierung hätte das Lied noch eine Spur mitreissender sein müssen.

Israel versuchte es mit einer für den ESC einst so typischen Ethnopop-Nummer, welche ich sehr gelungen fand und für Stimmung sorgte – gerade weil dieses Jahr so viele Balladen dabei waren.

Und natürlich ist da Russland. Der Song „A Million Voices“ kam beim europäischen Publikum sehr gut an und hätte wahrscheinlich gewonnen – wenn der ESC eben nicht doch eine politische Veranstaltung wäre! Die Halle machte konsequent Stimmung gegen die russische Sängerin, wenn immer diese einmal Big Points erhielt, so als ob sie höchstpersönlich für die Politik ihres Landes verantwortlich wäre. Am Ende gab es dann zu viele Länder, gerade auch aus dem Osten, die aus solchen Gründen wenig Punkte gaben und Schweden somit zum Sieg verhalfen. Den Song selbst würde ich nicht zu den allerbesten zählen, aber gross ist der Abstand da nicht.

 Nun aber zu meinen Top 5…

5: Italien

Il Volo – „Grande Amore“

Drei Tenöre singen über die Liebe, im Hintergrund sieht man alte römische Statuen. Der italienische Beitrag von Il Volo lässt kein Klischee aus und kombiniert opernhaften Gesang mit Pop. Würde der Sieger allein aus den Televotings ermittelt, so hätte Italien gewonnen.

4: Serbien

Bojana Stamenov – „Beauty Never Lies“

Bojana Stamenov versuchte sich in ihrem Lied als eine ESC-Version von Meghan Trainor, die Botschaft war klar: „Ich bin gut so wie ich bin!“. Das kann man unnötig finden oder es unterstützen, mir war es aber egal. Meiner Meinung nach sollte man sich nicht speziell durch das definieren, was einem anders macht, sondern es als selbstverständlichen Teil von sich betrachten. Aber unabhängig davon kann das Lied überzeugen: Die Sängerin kann ihre starke Stimme voll ausnutzen und dem Song die nötige ESC-Dramatik geben.

3: Estland

Elina Born & Stig Rästa – „Goodbye to Yesterday“

Estland brachte das für mich stärkste Duett an diesen ESC. Der Song ist simpel und emotional, auf der Bühne gewinnt er besonders durch die gekonnte Inszenierung. Allein dieser Moment, wo der weibliche Gesang einsetzt und Elina Born mit vorwurfsvollem Blick ins Rampenlicht schreitet, ist grossartig. Leider ging der Song bei den Jurys unter.

2: Slowenien

Maraaya – „Here for You“

Der slowenische Auftritt hatte es schwer. Zunächst machten sich viele Leute über Maraayas riesige Kopfhörer lustig, welche ihr Markenzeichen darstellen (der Hintergrund dazu ist offenbar, dass sie dadurch ihre Nervosität auf der Bühne verliert und sich wie im Studio fühlt) und vergassen den Song. Zudem erwies sich ihre stark an Duffy erinnernde Stimme als klassisches love-it-or-hate-it. Ich zähle mich zur ersten Fraktion, ich liebe die Stimme und finde auch die Instrumentalisierung gelungen. Für eine hohe Platzierung war das Ganze aber nicht massentauglich genug.

1: Belgien

Loïc Nottet – „Rhythm Inside“

Der wohl unverwechselbarste Beitrag kam dieses Jahr aus Belgien. Minimalistische Musik, eine roboterhafte Choreografie und hoher Gesang zeichnen ihn aus. Man kann den Song schwer in irgendeine Kategorie einordnen. Ich jedenfalls fand Belgiens Auftritt als Gesamtkunstwerk phänomenal und um Längen besser als das von den Jurys bejubelte Lettland, welches dem Konzept vergleichsweise noch am nächsten kam. Mich bei den ersten drei zu entscheiden war nicht leicht, aber schlussendlich bekommt Belgien von mir twelve points, einfach weil sie an diesem ESC einzigartig waren.

Und jetzt könnt ihr den Streit beginnen! „Wie konntest du diese unfähige Sängerin auf Platz 2 setzen?“, „Was hat dieser belgische Justin Bieber an der Spitze zu suchen?“. Ich bin unheilbarer ESC-Fan, jede inhaltliche Diskussion über den Wettbewerb ist mir recht, wütende Kommentare über die Überflüssigkeit der Veranstaltung gibt’s schon mehr als genug.😉

by Andypanther

Eine Antwort zu “Eurovision Song Contest 2015 – Fazit und Top 5

  1. Den ESC schau ich auch gerne alle Jahre wieder, man hasst oder liebt ihn, zum Grossteil finde ich die Musik und die Show eher amüsant als gut, aber die kunterbunte Vielfalt macht eben erst den Reiz aus.
    Einige Perlen gibt es aber jedes Jahr und dass dieses Jahr der Song „Rhythm Inside” von Loïc Nottet die Schönste „Perle“ des ESC war, da muss ich dir zustimmen. Ich prophezeie dem Jungen schon jetzt eine erfolggekrönte Karriere, er ist quasi das männliche Pendant zu Lorde, nicht weil sie sich besonders ähnlich sind, sondern weil sich in ihm auch dieser Reizvolle Gegensatz von Stimme und Geschlecht und begnadetem Talent vereint. Hört euch doch mal seine Cover zu den Songs von Sia an, der kann ihre Stimme 1 zu 1 kopieren wenn er will. https://www.youtube.com/watch?v=-NaylnKA850

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