Mario Kart 64 Speedrun Tutorial für „all cups, no skips“

Hallo! Dies soll keine Speeedrun News sein, sondern ein Tutorial für eine bestimmte Kategorie in Mario Kart 64. „All cups, no skips“ gehört zu den populärsten Speedruns überhaupt und wird regelmässig auf SpeedRunsLive gespielt. Der Run ist sehr zugänglich, hängt nicht übermässig von Glück ab und dauert auch keine Ewigkeit. Ich kann ihn also sehr empfehlen. Aber fangen wir mit dem Tutorial an…

Regeln

  • Das Timing beginnt beim Start des Mushroom Cup vom Menü aus und endet bei der Durchquerung der Ziellinie in Rainbow Road.
  • Gespielt wird auf 150cc. Extra ist keine Option, da dieser Modus tatsächlich nur die Geschwindigkeit von 100cc hat.
  • Skips sind nicht erlaubt.
  • Der Tunnel in Koopa Troopa Beach und der „hairpin skip“ in Yoshi Valley zählen nicht als Skips.
  • Die Itemglitches in Koopa Troopa Beach und Royal Raceway, die einem erlauben, Sterne und ähnliches auf Platz 1 zu erhalten, sind ebenfalls erlaubt.
  • Man muss die Cups nicht gewinnen, nur beenden. Das heisst, dass man überall mindestens den 4. Platz erreichen muss, auch im jeweils letzten Level.
  • Nach dem Überqueren der Zielinie im letzten Level eines Cups resetet man.

Versionen

N64: Die wegen Lag langsamste Version, aber gleichzeitig auch die am meisten respektierte. Die europaische PAL Version kommt überhaupt nicht in Frage, da PAL zu jener Zeit noch in 50 Hertz lief.

Virtual Console (VC): Der Port für Wii, durch weniger Lag 30-40 Sekunden schneller. Resets dauern allerdings jeweils etwas länger wegen dem Text zur Verwendung des Classic Controllers.

Emulator (Project64): Etwa gleich wenig Lag wie VC, stellt man in den ROM-Settings jedoch den Counter Factor nicht auf 1, gibt es extra Lag bei den Resets. Deshalb sollte diese Einstellung unbedingt vorgenommen werden (dies ist erlaubt, weil es lediglich einen Bug des Emulators ausgleicht). Versionen des Emulators ab 2.0 sind für Mario Kart 64 (und übrigens auch für SpeedRunsLive als ganzes) verboten, da Lag quasi inexistent ist.

iQue: Der chinesische Release erscheint auf den ersten Blick verlockend, da er praktisch lagfrei ist, aber trotzdem eine offizielle Version darstellt. Allerdings nehmen Resets durch all die Menüs so viel Zeit in Anspruch, dass dieser Vorteil wieder komplett zunichtegemacht wird.

Charaktere

Peach, Toad und Yoshi sind am schnellsten und zwar mit der exakt gleichen Geschwindigkeit! Der einzige Unterschied ist das Gewicht und das spielt keine Rolle für Speedruns. Yoshi ist allerdings am schnellsten im Menü anwählbar (für den ersten Cup ist dies irrelevant, da das Timing erst beim Start des ersten Cups beginnt).

10 Tipps

1: Miniturbos!

Das wichtigste überhaupt in diesem Spiel! Neben den klassischen Miniturbos bei Kurven, gibt es auch die fortgeschritteneren auf Geraden. Diese nennt man abgekürzt SSMT (straight stretch mini turbo). Sie machen aus guten Zeiten Spitzenzeiten. Allerdings gilt hier: Benutzt nur SSMTs, wenn ihr eine gewisse Sicherheit darin habt, denn sonst verliert ihr mehr Zeit als ihr gewinnt. Ab einem gewissen Skilllevel erfolgt der Übergang von normalen Miniturbos zu SSMTs ganz von allein.

Im Allgemeinen sollten Miniturbos schnell ausgeführt sein. Das heisst also die Farbe soll so rasch wie möglich von weiss auf rot übergehen, gefolgt vom Aktivieren des Miniturbos. Versucht aber nicht, so viele Miniturbos wie möglich in kürzester Zeit aneinanderzureihen, sondern lasst den einzelnen jeweils etwas wirken. Im Prinzip muss man einfach ein Gefühl dafür entwicklen und vor allem üben, üben und nochmal üben. Die Videos anderer Karter sind dabei enorm hilfreich!

2: Offroad fahren

Oft ist es besser, die direkteste Route neben der Strecke zu fahren. Bei längeren Stellen macht man konstant Miniturbos, bei kürzeren hält man die Geschwindigkeit mit Sprüngen. Typische Strecken sind Kalimari Desert, Mario Raceway, Royal Raceway, Bowsers Castle, DKs Jungle Parkway und Yoshi Valley.

3: Beschleunigung

Nach einem Fehler (z.B. wegen Items) muss man einfach dreimal schnell hintereinander A drücken, um den Kart sofort wieder auf Topspeed zu bringen. Das Timing dafür ist schnell erlernt. Wenn man allerdings von der Strecke gefallen ist, funktioniert der Trick nicht. Hier muss man stattdessen im richtigen Moment anfangen A gedrückt zu halten.

4: Pilze

Der Effekt von Pilzen ist beim Driften grösser, das gilt es auszunutzen. Auch für Abkürzungen über Grass und ähnliches eignen sie sich hervorragend (anstatt alle optimalen Stellen dafür aufzulisten, verweise ich auch hier auf Videos von Runs). Um absolut optimal zu boosten, kann man zudem versuchen, kurz vor Ende des Pilzboosts einen Miniturbo einzusetzen.

5: Am Boden bleiben

Die Geschwindigkeit ist am Boden höher als in der Luft, deshalb sollten weite Sprünge so gut es geht vermieden werden. Ganz am Anfang von Rainbow Road ist es möglich, durch dreimaliges drücken von A (genau wie bei der Beschleunigung) komplett am Boden zu bleiben. Bei Situationen, wie etwa den Sprüngen in Wario Stadium, kann kurz vor dem automatischen Sprung ein manueller Sprung mit R eingesetzt werden, um den Sprung zu verkürzen.

6: Lag

Lag ist im gesamten Spiel und allen Versionen präsent und beinflusst die Zeit von Runs. Der erste und wichtigste Schritt dagegen ist, grundsätzlich immer mit weggezoomter Kamera zu spielen, denn je weiter weg diese ist, desto besser. Einige Strecken haben (in erster Linie natürlich auf N64) besonders stark spürbaren Lag: Kalimari Desert, Bowsers Castle und ganz besonders DKs Jungle Parkway. Dieser kann jedoch reduziert werden, indem man eine Fake-Itembox oder Bananen hinter sich herzieht, da dies die Kamera noch etwas weiter wegzoomen lässt.

7: Geister

Insgesamt das seltenste Item im Spiel, in Speedruns nur nützlich in bestimmten Situationen. In Moo Moo Farm kann man damit gefahrlos den direktesten Weg über die Maulwürfe fahren, In Mario Raceway wird dadurch die Pro-Route rechts neben dem Riesenpilz einfacher. Am nützlichsten ist ein Geist in Yoshi Valley, da man damit problemlos die linke Route mit all den Igeln fahren kann. In Royal Raceway kann man zudem versuchen, einen Glitch auszunutzen, indem man den Geist an einer bestimmten Stelle im Gras kurz vor der Zielinie einsetzt. Denn dort gibt es einige Pixel, bei denen das Spiel fälschlicherweise glaubt man befände sich auf Platz 8, also erhält man entsprechende Items.

8: Items loswerden

Panzer sind für Speedruns komplett nutzlos und auch Bananen und Fake-Itemboxen will man (trotz der Möglichkeit zu Lag Reduction) oftmals loswerden. Auch dafür gibt es Strategien. Z.B. sind Rote Panzer auf Platz 1 äusserst gefährlich, da sie einem gerne selbst treffen. Am besten wird man sie los, wenn man sie beim Driften seitlich in eine Wand wirft, oder aber sofort nach dem Abfeuern mit einem anderen Item blockt. Grüne Panzer haben hingegen das Problem, dass sie dauerhaft auf der Strecke bleiben (was jedoch komplett egal ist, wenn sie von der Strecke geworfen wurden). Die Strategie ist in diesem Fall, einzelne Panzer nach hinten abzufeuern und Gruppen von ihnen seitlich in eine Wand beim Driften. Allerdings kann man nie ganz vermeiden, überaschend von einem Grünen Panzer aus der vorherigen Runde getroffen zu werden. Bananen und Fake-Itemboxen sind einfacher loszuwerden, Hauptsache man platziert sie an einer Stelle wo auch die CPU vorbeifahren wird und nicht etwa im Tunnel von Koopa Troopa Beach. VC-Spieler haben zudem den Vorteil, dass sie Bananen weiter nach vorne werfen können.

9: Resets

Da man lediglich durch die Zielinie des letzten Levels der ersten drei Cups kommen muss, sollte man seine Resets geschickt timen. Der Resetknopf eines N64 reagiert nicht sofort, deshalb kann man ihn bereits einige Augenblicke vor der Zielinie drücken. Aber ja nicht zu früh, sonst würde es ja nicht zählen! Andere Versionen des Spiels erfordern hier wiederum anderes Timing. N64-Spieler haben die Möglichkeit, statt den Resetknopf zu drücken einfach die Konsole aus -und wieder einzuschalten. Dies ist etwas schneller, ist allerdings mit dem Risiko verbunden, dass das Spiel nicht startet.

10: Die „Skips“ in Yoshi Valley und Banshee Boardwalk

In beiden Level kann man eine Kurve auslassen, indem man einfach zum nächsten Teil der Strecke springt. Dies zählt nicht als Skip im eigentlichen Sinn, daher ist das okay. Am Anfang erscheinen die Sprünge anspruchsvoll, doch ich empfehle, sie sofort zu lernen. Wenn man den Trick erst mal raus hat, fällt man nur noch selten runter und hat einen deutlichen Vorteil in Races, da sich viele nicht trauen, diese Tricks zu benutzen. Ihr müsst das matürlich nicht auch so machen, aber ich bleibe bei meinem Tipp: Besser früh als spät mit diesen Tricks anfangen!

Wer noch mehr wissen will, sollte die Seite der Time Trial-Community besuchen. Ihr seht, Mario Kart 64 ist viel komplexer als man auf den ersten Blick denkt. Das ist es, was MK64 zu einem so spannenden Speedgame macht. Hoffentlich konnte ich mit diesem Tutorial helfen! Für Fragen sind wir wie immer über die Kommentarfunktion, via Twitter sowie Facebook erreichbar – oder direkt per Mail:

Andy@ Mail Bild

by Andypanther

Eine Antwort zu “Mario Kart 64 Speedrun Tutorial für „all cups, no skips“

  1. Harr, sehr cooler Artikel! MK64 ist immer noch mein Favorit der 8 Teile. Einen echten Speedrun in dem Sinne bin ich allerdings noch nie angegangen, sollte ich vielleicht mal in Erwaegung ziehen..

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s