1Password – Ein Schritt in Richtung Sicherheit?

„The Fappening“, angeblich gehackte Snapchat Konten, missbrauchte Daten, gestohlene Kreditkarteninformationen und dann wäre da natürlich noch die NSA. Das Internet ist voll von unangenehmen Nachrichten bezüglich Datenschutz und Accountsicherheit. Kann man etwas dagegen tun? Teilweise. Teilweise sogar richtig viel. Nicht selten setzt ein Datendiebstahl zum Erfolg auch ein Quäntchen Dummheit des Opfers voraus. Beispiel gefällig? Wie viele verschiedene Passwörter benutzt ihr? Voilà. Jeder weiss, dass für jeden Dienst ein eigenes (möglichst kompliziertes) Passwort verwendet werden sollte. Trotzdem tut’s niemand. Ist zugegeben auch sehr umständlich. Hier will das Programm 1Password helfen. Ich hab’s mir angesehn und möchte nun meine Erfahrungen mit euch teilen.

Was ist 1Password?

Der Name verrät die Idee: Nur noch ein Passwort, das war’s. Aber halt! Eben dies sei doch gerade schlecht?! Genau. Dieses Programm wird künftig für all eure Dienste individuelle sowie höchst komplexe Passwörter erstellen, für euch organisieren, horten und euch auf Wunsch mit dem jeweiligen Passwort beim entsprechenden Dienst anmelden.

Ihr braucht euch nur noch ein Passwort – daher der Name – zu merken, um auf die Applikation zugreifen zu können. Alle Passwörter und Informationen werden verschlüsselt lokal gespeichert. Ich könnt’s kaum besser erklären als die Entwickler selbst:

Was kann 1Password?

Wie bereits angedeutet, kann 1Password eure Passwörter generieren und verwalten. Weiter kann das Programm auch mit Bankkonten, Führerscheinen, Personalien, Accounts, Kreditkarten oder schützenswerten Notizen gefüttert werden. Wirklich praktisch ist aber die Möglichkeit, Passwörter fast automatisch in Login-Felder einzufügen. Am einfachsten geschieht dies durch ein kleines Browser-Addon.

Ein Rechtsklick aufs Anmeldefenster, zutreffenden Dienst/Account anwählen und den Rest 1Password überlassen. Die clevere Applikation fügt anschliessend den Benutzernamen sowie das zugehörige Passwort in die entsprechenden Felder ein und meldet euch an. Die eigentlichen Passwörter sieht also nicht mal der Nutzer selber. Natürlich kann man diese auf Wunsch aber im Programm einsehen (und ändern etc.).

Woher stammt 1Password?

Bei einer Applikation wie dieser, will man natürlich wissen, woher sie kommt und wer sie zusammengebaut hat. 1Password stammt von AgileBits. Dabei handelt es sich um ein privates, kanadisches Unternehmen. In ihren Privacy Policies versprechen sie, nur das Nötigste zu speichern: Name, eMail Adresse und für die Zahlungen im Shop nötigen Informationen werden erfasst. Nichts aussergewöhnlich Negatives also.

Welche Geräte unterstützen 1Password?

1Password ist verfügbar für Mac, Windows PC, iOS sowie Android Geräte. Folglich könnt ihr auch bei mobilen Logins von den komfortablen Funktionen profitieren. Aus Sicherheitsgründen ist die Synchronisation zwischen einzelnen Geräten nicht ganz simpel. Eine Möglichkeit wäre die Cloud (wer das mag..). Am PC bzw. Mac klappt das mit fast jeder Wolke. Dazu wird schlicht die verschlüsselte „Kerndatei“ (Vault genannt) über den Cloud Dienst eurer Wahl synchronisiert. Da diese selbst verschlüsselt ist, kann man das wagen. Auf iOS wird aktuell nur iCloud Drive sowie Dropbox unterstützt. Alternativ dazu wird eine manuelle Wi-Fi Synchronisation angeboten. Android ist da offener.

Was kostet 1Password?

Ein Haken musste ja noch kommen? Nicht ganz. Bei einem Dienst dieser Art fühl man sich besser, wenn man fürs Produkt bezahlt hat. Wir erinnern uns: Kostenlose Programme müssen sich (meistens) auch finanzieren. Wie geschieht das? Werbung und Datenverkauf. Nichts davon wollen wir bei der Verwaltung unserer Passwörter.
1Password 5 für den Mac sowie 1Password 4 für den Windwos PC kosten aktuell einmalig 35$. Vermutlich wird auch für den PC bald ein Upgrade auf die Version 5 folgen. Im falle der Mac Version war das Upgrade von früheren Versionen kostenlos. Beide Versionen können übrigens 30 Tage lang kostenlos getestet werden, bevor ein Lizenzschlüssel nötig wird. An dieser Stelle gebührt ein Dank an AgileBits, welche uns eine kostenlose Lizenz zukommen liessen, um das Programm ordentlich testen zu können.
Die mobilen Apps sind kürzlich auf ein Freemium-Modell umgestiegen. Die Apps sind somit grundsätzlich kostenlos, bieten aber In-App-Käufe (CHF 10.- für iOS, CHF 7,25 für Android), um zusätzliche Funktionen freizuschalten. Die Grundfunktionen sollten jedoch ausreichen.

Fazit

Die absolute Sicherheit wird immer eine Utopie bleiben. Wir können nur versuchen, dieser Utopie möglichst nahe zu kommen. Wie man seine unzähligen Passwörter und Accounts verwalten will, bleibt jedem selber überlassen. Keinesfalls sollten jedoch Passwörter mehrfach verwendet werden – erst recht keine einfachen. Was bleibt also? Eine unverschlüsselte Textdatei, aus der jedes mal das Passwort herauskopiert werden muss? Umständlich und unsicher. Eine Passwortliste unter der Matratze verstecken? Sehr umständlich und möglicherweise unleserlich. Alle zwanzig Passwörter auswendig lernen? Viel Spass. Ihr seht: Ein Passwortmanager ist nicht nur sinnvoll, sondern auch wichtig. Natürlich existieren auf dem Markt noch andere Möglichkeiten zur Passwortverwaltung. Findet ihr eine andere oder bessere, verwendet diese. Aber bitte kümmert euch um eure Passwörter und Accounts!
1Password scheint hier alles richtig zu machen: Simpel, so sicher wie es aktuell geht, übersichtlich und auf vielen Geräten unterstützt. Was will man noch? Von mir gibt’s eine klare Empfehlung!

by @JoeyTheHobbes

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