Bleed – Run and Gun für Retrofans!

Neuer Indiegame-Tipp? Aber klar doch! Kürzlich habe ich erneut ein solches Spiel beendet, den old-schooligen Run-and-Gun-Titel Bleed. Lest in meinem Review, was ich davon halte:

Ursprünglich erschien Bleed 2012 als Downloadtitel für die Xbox 360, was bereits im nächsten Jahr zu einem PC- und Mac-Release führte.
Wie bei den meisten Sachen, die ich so zocke, ist die Story auch hier äusserst simpel: Der Spieler übernimmt die Kontrolle über Wryn, deren Ziel es ist, die beste Videospielheldin aller Zeiten zu werden. Dies soll erreicht werden, indem sie kurzerhand alle anderen Top-Helden umbringt. Ein schöner Excuse-Plot, wenn ihr mich fragt! Denn hier geht es primär um eine Sache: Durch die Levels kommen und dabei alles vernichten was sich bewegt!

Um dies zu erreichen, stehen Wryn jeweils zwei Waffen zur Verfügung, zwischen denen in Sekundenschnelle umgeschaltet werden kann. Natürlich können später auch weitere erworben werden. Das Limit im direkten Inventar bleibt allerdings bei zwei. Das ist nicht allzu schlimm, denn dadurch entsteht niemals Chaos wegen hastigem Durchschalten in der Hitze des Gefechts. Gesteuert werden Spielcharakter und Schussrichtung jeweils separat, was zu sehr grosser Präzision führt – Präzision, welche ihr bitter nötig habt! Für Beweglichkeit sorgt ein stylischer Dreifachsprung (eigentlich ist „Dash“ das passendere Wort). Die einzelnen Dashes können dabei durch die Dauer des Drückens (verändert die Länge) und der Bewegungsrichtung variiert werden. Und weil dies alleine für die ultimative Heldin nicht genug wäre, sind dabei auch klassische Wandsprünge möglich. Es braucht etwas Eingewöhnung, bis die Sprungmechanik sitzt, aber wenn es so weit ist, wird man sie lieben. Das alles könnte nun schon das komplette Moveset darstellen, aber es scheint als gehörten die Entwickler von Bleed zur Matrix-Generation. Will heissen: Ein Zeitlupeneffekt! Dieser funktioniert jeweils ganz simpel via einer zusätzlichen Anzeige, die sich von selbst nach einer Weile wieder auffüllt. Ich habe die Zeitlupe oft benutzt, denn sie rettete bereits unzählige Male Wryns virtuelles Leben.

Womit wir auch gleich beim nächsten Punkt wären: Dem Schwierigkeitsgrad. Mehrere Stufen stehen zur Auswahl, die jeweils einen ziemlichen Unterschied ausmachen. Ich hab’s auf „normal“ durchgespielt und war bereits sehr gefordert. Es gibt zwar Checkpoints, aber nicht in übermässigen Mengen. Alles, inklusive den Levels selbst, versucht einen umzubringen. Die Entwickler waren hier sehr kreativ. Es gilt Gegnerspawns und Bosspatterns auswendig zu lernen und seine Reflexe aufs äusserste zu schärfen. Bleed ist eine echte Herausforderung und wird für viele Bildschirmtode sorgen. Umso grossartiger ist deswegen das Gefühl, wenn man es endlich geschafft hat. Natürlich darf ein Scoresystem nicht fehlen, denn wer will nicht versuchen, in allen Levels den klassischen S-Rang zu holen? Erst recht, wenn die gewonnenen Punkte in neue Upgrades und Waffen investiert werden können. Wer übrigens so richtig hardcore sein will, sollte sich am Arcade Mode versuchen: Hier gilt es nämlich, unter einem beliebigen Schwierigkeitsgrad in einem einzigen Leben durch das ganze Spiel zu kommen! DAS braucht Skill! Ansonsten gibt es noch den Challenge Mode, der es erlaubt, gegen mehrere Bosse gleichzeitig zu kämpfen. Dafür stehen eine Reihe von Einstellungen zur Verfügung, um die Challenge den eigenen masochistischen Präferenzen anzupassen. Ein lokaler Co-Op-Zweispielermodus existiert übrigens auch, allerdings muss hierzu gesagt werden, dass dieser bei der Entwicklung offenbar nicht die höchste Priorität genoss. Brauchbar ist er aber dennoch.

Bevor ich zu meinem Fazit komme, will ich noch einen wichtigen Tipp zur Steuerung geben: Spielt unbedingt mit Maus und Tastatur! Wenn ihr das von einem Konsolenkid wie mir hört, das normalerweise nicht einmal dann ohne Controller auskommt, wenn sein Leben davon abhängt, muss da was dran sein. Dual Analog funktioniert zum Bewegen und Schiessen an sich ganz gut, nur die Sprünge wollen einfach nicht in das Schema passen. Mit WASD und Leertaste fühlt es sich natürlich an, aber auf Controller? Keine Chance, es will einfach kein Spielfluss aufkommen – ein einziger Kampf mit der Steuerung. Ich denke, es gäbe nur eine Möglichkeit: Springen mit Doubletapping des linken Sticks. Natürlich ist dies eine rein subjektive Sache, aber ich bin der Meinung, dass Bleed mit Maus und Tastatur gespielt werden sollte.

Fazit

Bleed ist schnell, schwer und enorm spassig! Es braucht eine gewisse Liebe zu Retrogames sowie genügend Frustrationstoleranz, um wirklich seine Freude daran haben zu können. Wer das hat, kann mit einem Erwerb nichts falsch machen. Meiner Meinung nach hätte das Spiel aber ruhig ein wenig mehr Umfang haben können, wer sich nur schwer für Herausforderungen via Highscores und Schwierigkeitsstufen motivieren kann, wird wohl etwas enttäuscht sein.

8 von 10 Katzen, die es in einem Level leider umzubringen gilt.😦

by Andypanther

Eine Antwort zu “Bleed – Run and Gun für Retrofans!

  1. Hoert sich gut an, kommt direkt auf die Wunschliste🙂

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