Hinter den Kulissen des NBN Audiopodcast

Einerseits, um euch einen möglichst ansprechenden Podcast zu bieten und andererseits, weil wir gerne mit Technik rumspielen, haben wir unseren Nerdy By Nerds Audiopodcast stufenweise verbessert. Teilweise wäre das Wort „Totalrevision“ vielleicht sogar passender.
Da unser Angebot komplett kostenlos ist, soll das Projekt auch keine Unsummen an Geld schlucken. Folgend möchten wir die Gelegenheit nutzen, mit euch gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen unseres Podcasts zu werfen und gleichzeitig zeigen, wie man (fast) kostenlos podcasten kann.

Podcast Equipment

Wer unsere ersten Episoden mit neueren Ausgaben vergleicht, wird hoffentlich inhaltliche und technische Qualitätssprünge feststellen können. Beide Aspekte wurden über die Zeit einigen Verbesserungen unterzogen. Wie unser Podcast, so ist auch dieser Artikel „subject to change“. Wir bemühen uns, die folgenden Informationen stets möglichst aktuell zu halten.

Das Konzept

Inhaltlich hat alles mit themenspezifischen Podcasts begonnen. Ein Podcast, ein Thema. Von diesem Aufbau haben wir uns seit einiger Zeit entfernt, wobei wir uns stets vorbehalten – losgelöst vom neueren Podcast-Konzept – auf einzelne Themen fokussierte Podcasts aufzunehmen und einzuschieben.
Heute ist der übliche Aufbau eines Podcasts anders: Nach einer kurzen Begrüssung folgt ein „Whatcha Been Playing“: Jeder berichtet, was er seit der letzten Episode gespielt, gesehen, gelesen oder sonstwie – in Verbindung mit Nerdy By Nerds – erlebt hat. Wurde ein Game von mehreren gespielt oder ein Film von mehreren gesehen, darf auch detaillierter darauf eingegangen werden. Anschliessend folgt ein Newsteil. Hier werden die wichtigsten Neuigkeiten aus der digitalen Welt munter diskutiert. Zum Schluss wird ein kleiner Blick in die Zukunft geworfen. Welche nennenswerten Spiele erscheinen bald? Welcher vielversprechende Film kommt bald ins Kino? Welche verheissungsvolle Serie startet kommende Woche? Natürlich darf danach die Verabschiedung nicht fehlen.
Vor der Aufnahme muss aber jede Sendung – zumindest ein bisschen – geplant werden. Dazu erstellt Joey, während der Zeit zwischen zwei Podcasts, einen groben Ablauf („Shownotes“), welcher die (gerade aktuellen) Themen der kommenden Sendung aufzeigt und natürlich von den übrigen Podcast-Teilnehmern (meist Andy und Butsch) noch ergänzt oder abgeändert werden kann.

Die Verbindung & Bearbeitung

Während wir zu Beginn alle im gleichen (hallenden) Raum vor dem Mikrofon sassen und Andys Stimme in Skype aufgenommen haben, hat sich bis heute einiges getan. Mittlerweile nutzen wird Skype zwar noch zur Verständigung, die einzelnen Stimmen werden jedoch individuell, lokal aufgezeichnet – jeder mit seinem Mikrofon. Weshalb? Eine lokale Aufnahme umgeht die Skype-Kompression, was zu einer Qualitätssteigerung führt. Weiter ist die Nachbearbeitung mit individuellen Tonspuren komfortabler.
Die ganze Nachbearbeitung, das Hosten, Veröffentlichen und „Bewerben“ liegt letztendlich in Joeys Verantwortung. Geschnitten wird unser Podcast mittlerweile mit Adobe Audition CS6. Etwas mühsamer, dafür kostenlos, wäre das Editieren auch mit Audacity möglich. Der benötigte LAME MP3-Encoder müsse in diesem Fall separat heruntergeladen werden. Während dem Bearbeiten trägt Joey übrigens den offenen DT 990 Edition Kopfhörer von Beyerdynamic. Für Podcasts sollten aber auch herkömmliche Kopfhörer oder Lautsprecher ausreichen (vielleicht nicht gerade die im Notebook oder Monitor eingebauten). Am Anfang wird ein Intro eingefügt und eine kurze „Einführung“ eingesprochen. Der Hauptteil besteht aus den eigentlichen Gesprächen. Genauer: Den individuellen Tonspuren, welche aufbereitet werden. Zu nennen wären Rauschentfernung (bzw. Noise Gate), Kompression, EQ, Hintergrundgeräusche, Lautstärke oder das Entfernen von Versprechern. Am Ende wird noch der kleine Outro-Track angehängt. Klingt simpel? Die Bearbeitung eines Podcasts – inklusive dem anschliessenden Veröffentlichen – entspricht ungefähr dem Dreifachen der schlussendlichen Spieldauer. Oder anders: Dauert ein Podcast eine Stunde, wurde nach der Aufnahme noch drei Stunden daran gearbeitet. Nicht jeder Podcaster investiert so viel Zeit in die Nachbearbeitung. Joey legt jedoch Wert auf ein reibungsloses Endergebnis – das kostet nun mal Zeit.
Gearbeitet wird natürlich mit den rohen WAVE-Dateien (44,1 kHz, wo möglich 24 bit). Das Endprodukt ist schliesslich ein mono 44,1 kHz 16 bit .mp3-File bei 96 kbit/s CBR.

Damit ihr euch das System hinter der Bearbeitung etwas besser vorstellen könnt, hier der Anfang der Episode #038 im Multitrack-Editor von Adobe Audition:

Die Technik

Nun kennt ihr die Anfänge, die Aufnahme-, Vorbereitungs- und Bearbeitungstechnik sowie unser Konzept. Doch womit nehmen wir eigentlich auf? Unsere Mikrofone unterscheiden sich aufgrund verschiedener Bedürfnisse stark. Eine gute Gelegenheit, unterschiedliche Modelle bzw. Mikrofontypen für Podcasts zu erläutern. Klangqualität ist letztendlich nur eines vieler Kriterien bei der Mikrofonwahl.

Butsch spricht aktuell in ein RØDE Podcaster. Wie der Name vermuten lässt, ist dieses dynamische Mikrofon ideal für Sprache geeignet. Hauptunterschied zu Joeys RØDE Procaster ist der Anschluss: Das Podcaster wird via USB bequem mit den PC verbunden, während das Procaster aufgrund des XLR-Anschlusses einen Mixer – oder besser ein Audio Interface – zur Verbindung mit dem PC benötigt.
In älteren Episoden sowie auswärts wird ein ein Zoom H4n verwendet. Die Aufnahme wird in diesem Fall direkt auf die interne SD-Karte gespeichert und schliesslich auf den PC geladen. DSLR-Filmer werden das Modell bereits kennen. Nicht ohne Grund verwendet gerade Butsch dieses Mikrofon. Obwohl dieser portable Digital Recorder oft bei Tonaufnahmen für kleinere Filmprojekte zum Einsatz kommt, eignet er sich – dank guter Qualität und Flexibilität – auch sehr gut für Podcasts. Ein ruhiger, nicht zu stark hallender Raum wird jedoch vorausgesetzt. Das Zoom H4n stellt wohl aktuell die portable Lösung fürs Recorden von Podcasts dar, wenn die grösseren Nachfolger (Zoom H5 & Zoom H6) nicht benötigt werden.
Portable Recorder haben gegenüber herkömmlichen Mikrofonen einige Vorteile. Einerseits sind sie – Überraschung – portabel und folglich die Lösung für Aufnahmen unterwegs oder Interviews an verschiedenen Orten. Weiter stürzen sie nicht ab, brauchen kaum Platz und produzieren dank Abwesenheit eines PCs keine störenden Lüftergeräusche.

Andys Anforderungen an ein Mikrofon sind wiederum komplett anders. Als Twitch-Streamer benötigt Andy eine stationäre Lösung, welche sich problemlos mit dem PC verbinden lässt. Folglich bietet sich ein USB-Mikrofon an. Da er nicht ständig mit dem Gesicht direkt davor sitzen will, musste es ebenfalls ein Kondensatormikrofon sein. Schliesslich griff er zum bewährten Blue Yeti und bereut dies bis heute nicht. Die Datei wird simpel mit Audacity auf dem PC recordet. Auch hier sollen, aufgrund der hohen Empfindlichkeit, Umgebungs- und Hintergrundgeräusche möglichst vermieden werden. Ein stark hallender Raum macht sich ebenfalls negativ in der Aufnahme bemerkbar.

Joeys Setup wird wohl das komplizierteste sein. Ursprünglich nahm er direkt mittels Olympus LS-3 Digital Recorder auf. Dieser dient heute noch als Backup-Device für eine zweite Aufnahme, falls Windows mal mitten im Podcast streiken sollte.
Mittlerweile spricht Joey in ein RØDE Procaster. Dieses wird per XLR-Kabel mit einem Steinberg UR22 USB Audio Interface verbunden, welches an einem Windows Notebook hängt und das analoge Signal des Mikrofons in ein digitales umwandelt.

Als dynamisches Mikrofon eignet sich das Procaster besonders für schlecht klingende Räume, da diese weit weniger empfindlich sind als Kondensatormikrofone (Stichwort: Raumhall/Umgebungsgeräusche). Dieser „Vorteil“ hat auch seine Kehrseite: Solche Mikrofone benötigen sehr viel Gain (etwa: „Verstärkung“) und klingen nicht ganz so detailliert wie die Kondensator-Konkurrenz. Letzteres kann bei der Aufnahme von Musik oder Gesang störend sein, wobei auch namhafte Musiker im Studio teilweise auf dynamische Mikrofone setzen. Bei Konzerten auf Bühnen wird, wegen der erwähnten Abschirmung von ungewollten Geräuschen (Schlagzeug etc.), sowieso auf dynamische Mikrofone gesetzt.

Bezahlbare Preamps (Mikrofonvorverstärker, eingebaut im Audio Interface) können diese starke, für dynamische Mikrofone benötigte Verstärkung nur knapp und lediglich in Verbindung mit Rauschen liefern.
Dieses kann zwar in der Nachbearbeitung rausgefiltert werden. Um dem Problem jedoch schon vor der Aufnahme zu begegnen, wird schlicht ein TritonAudio FetHead zwischen Mikrofon und XLR-Kabel gesteckt. Mit Hilfe von (ansonsten für dynamische Mikrofone nicht benötigter) 48V Phantomspeisung liefert das FetHead ca. 20 dB Gain. Wie eingangs schon erwähnt, wird zusätzlich das Olympus LS-3 via Line Out- bzw. Input ans Audio Interface gehängt, um eine zweite Aufnahme als Backup zu generieren. Aufgenommen wird schliesslich in Adobe Audition CS6 (siehe erstes Bild).
Währen der Aufnahme trägt Joey einen geschlossenen DT 770 Pro Kopfhörer von Beyerdynamic, um sich (wichtig!) und seine Gesprächspartner hören zu können. Das Tragen von Kopfhörern ist für alle Podcast-Teilnehmer Pflicht! Das Skype-Gespräch darf nicht über Lautsprecher gehört werden, da der Klang (Gespräch) ansonsten aus diesen direkt wieder ins Mikrofon einfliesst (Rückkoppelung). Aus diesem Grund müssen geschlossene Kopfhörer oder dämmende In-Ear Kopfhörer getragen werden, denn auch offen oder halboffen gebaute Kopfhörer könnten das gleiche Problem der Rückkoppelung (wenn auch schwächer) verursachen. 

Die Veröffentlichung

Was nützt ein Podcast, wenn er nicht im Netz landet? Dazu hostet Joey den Podcast nach der Bearbeitung – mangels Budget und Bedarf – kostenlos bei Archive.org. Anschliessend wird hier auf NBN der übliche Podcast-Beitrag inklusive Audio-Link veröffentlicht. Das RSS-Feed dieser Podcast-Beiträge wird gleichzeitig, ähnlich einem Adapter, an FeedBurner gesendet. Dieses dort entstehende, sehr kompatible RSS-Feed kann letzten Endes an alle möglichen Podcast-Dienste, darunter auch iTunes, verfüttert werden. Jetzt wissen die ganz Aufmerksamen auch, weshalb dieser Beitrag nicht unter der Kategorie „Audiopodcast“ veröffentlicht werden durfte.

Zum Schluss

Hoffentlich konnten wir euch – ohne mehr neue Fragen zu schaffen als alte zu beantworten – den Ablauf hinter den Kulissen des Nerdy By Nerds Audiopodcast erläutern. Falls weitere Fragen bestehen, seid so frei diese in den Kommentaren oder via Twitter/Facebook zu stellen.
Natürlich ist der Weg, wie wir unseren Podcast selber produzieren, nicht der Weisheit letzter Schluss. Auch unsere Bearbeitung sowie das Konzept werden ab und zu wieder Änderungen unterzogen. Es gibt viele andere Möglichkeiten, welche zu einem ähnlichen oder gar besseren Resultat führen können.
Wie ihr sicher bemerkt habt, ist es nur sehr schwer möglich, komplett kostenlos zu podcasten. Besonders das Equipment kostet Geld. Oftmals ist das Budget das Limit, wenn es um Klangqualität geht. Klar kann jeder mit seinem in den Laptop eingebauten Mikrofon oder Smartphone ein Gespräch aufzeichnen, nur wird dies niemand hören wollen bzw. können. Mindestens in ein Mikrofon sollte demnach investiert werden, wobei dieses natürlich nicht so viel kosten muss, wie die von uns verwendeten. Auch günstigere Modelle können akzeptable Resultate liefern. Weiter kann auch leistungsstarkes Hosting ein Kostenfaktor sein.
Natürlich freuen wir uns nach wie vor über Rückmeldungen oder Anregungen. Vielleicht möchte sogar mal wer von euch als Gast bei uns auftreten? Ihr wisst, wie ihr uns erreichen könnt.

Anmerkung:

Aktuell wird der Nerdy By Nerds Audiopodcast nicht mehr fortgeführt. Die 50. Episode ist die vorerst letzte. Nicht traurig sein! Es wurde bereis ein neuer Podcast gestartet – der GameTalk. Den neuen Podcast findest du hier.

by @Joey

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