Awesome Games Done Quick 2014 – Fazit

Der Hype äh Rummel ist nach einer Woche nonstop-Speedrunning nun also vorbei. Es gab Rekorde, Dramas und viele, viele Höhepunkte. Für mich selbst war Awesome Games Done Quick natürlich völlig anders als je zuvor, da ich in einer indirekten Form (dem deutschen Restream) daran beteiligt war. Nach dieser chaotischen Woche in den Alltag zurückzukehren wird definitiv nicht leicht, aber werfen wir doch einmal einen Blick zurück.

Was sich als erstes gezeigt hat, war die noch viel stärkere Professionalisierung des Events. Hatten die SDA-Leute 2010 bei „Classic Games Done Quick“ noch in einem Keller angefangen und $10’000 gesammelt, so wurde aus AGDQ 2014 das erfolgreichste Gaming-Charity-Event aller Zeiten. Über eine Million wurde gesammelt, mehr als bei allen bisherigen Marathons zusammen. Es gibt Anzeichen, dass dies wohl auch das Limit darstellt (etwa der Fakt, dass viele Spendenziele, etwa Text Storage in Diddy Kong Racing, nicht erreicht wurden). Ich hoffe die Leute von SDA sehen das auch ein und versuchen nicht das exponentielle Wachstum künstlich aufrechtzuerhalten.

Ich muss grosses Lob aussprechen für das viel übersichtlichere Spendensystem, das es deutlich erleichtert hat, seinen Teil beizutragen. Ich mache SDA keinen Vorwurf weil es eine Zeit lang offline war – solche Dinge passieren eben! Wenn ich etwas kritisieren würde, wären es zwei ganz andere Punkte, auf die ich hier kurz eingehen will:

1: SDA nahm beim Zeitplan so gut wie gar keine Rücksicht auf Europa. Zwei populäre Titel vom Format eines Zelda hätten ruhig auch mal nicht in der Nacht stattfinden dürfen. Und dass man PC Blöcke zu solcher Zeit ansetzt geht erst recht nicht, denn ich denke, dass PC-Gaming in Europa traditionell grösser ist.  Allerdings gibt es hier zur Verteidigung zu sagen, dass es durch die extremen Wetterverhältnisse in den USA auch viele unerwartete Änderungen gab.

2: Der Name „Awesome Games Done Quick“ ist leider immer noch schwächer als die Namen einzelner Games und Runner, was man hervorragend an den Zuschauer- und Spendenzahlen erkennen konnte. Deshalb wurden die Spiele auch etwas gar fest nach solchen Kriterien ausgewählt. In Zukunft sollte versucht werden, diesen Effekt abzuschwächen, auch wenn dies zugegebenermassen schwer ist.

Da ich meine Kritik losgeworden bin, möchte ich aber gerne über einige der Highlights sprechen. Der TAS Block war spektakulär und hat wohl nicht nur einem TASer wie mir Spass gemacht, selbst wenn es bei Gradius zwei Desyncs gab. Danach ging’s bereits mit einem echten Highlight weiter, nämlich dem ersten Banjo-Kazooie any% an einem AGDQ. Auch später gab es Grossartiges zu sehen. Sei es das Mega Man X-Race auf höchstem Niveau, die blinden Punch-Out-Runs und der einhändige Super Mario 64-Run oder auch der geniale Highscore-run von Starfox 64. Oder Hitman. Oder Ocarina of Time mit ZFGs „Swag-Route“. Ihr seht, ich komme kaum nach mit aufzählen! Nicht vergessen werden darf auch der bereits legendäre Feueralarm während Yoshis Island und die daraufhin folgende Plüschtier-Rettungsaktion. Klar, das war vielleicht nervig vor Ort, aber so entstehen Marathon-Kultmomente.

Ich muss in diesem Artikel natürlich auch über den deutschen Restream sprechen, die Sache, welche meinen Schlafrhythmus ruiniert und meine Begeisterung für Speedrunning in neue Höhen getrieben hat. Angefangen hat alles als verrückte Idee, aber bald wurde daraus Realität und das Ergebnis übertraf selbst die kühnsten Erwartungen. Überraschend viele interessierten sich dafür, das Event auf Deutsch mitverfolgen zu können, oder aber sie kamen durch den Restream überhaupt erst mit Speedrunning in Kontakt. Einen Teil trug auch der Chat bei, der hier aufgrund der kleineren Zuschauerzahlen tatsächlich noch zur Kommunikation benutzt werden konnte und somit zu einer idealen Alternative für deutschsprachige Speedrunfans wurde. Möglicherweise brauchte es aber die DDoS-Attacke  eines bemitleidenswerten Hacker-Kids auf den französischen Restream, um den Restream auf eine komplett neue Dimension zu bringen. Zu Spitzenzeiten schlossen sich tausende Zuschauer des französischen Streams dem unseren an, Memes entstanden und tausende Dollars an Zusatzspenden wurden generiert. Immer wieder kamen Probleme auf uns zu, seien es Schwierigkeiten mit der Technik, mit Twitch, fehlende Kommentatoren oder einfach nur Schlafmangel; wir liessen uns den Spass nicht nehmen. Ein riesiges Dankeschön an alle Kommentatoren, Chatmods und auch einfach nur Zuschauer der deutschen und französischen Streams – zusammen haben wir eine unvergessliche Woche erlebt!

Wer den RUMMEL des deutschen Restreams nochmal erleben, oder auch Verpasstes nachholen will, für den gibt es ein praktisches Archiv. Dasselbe gilt auch für den Hauptsream von AGDQ, der zu einem späteren Zeitpunkt auch in deutlich komfortablerer Form angesehen werden können wird (erwartet einen Post von mir, sobald es soweit ist). Des Weiteren wurde ein Germench (German + French) Forum aufgesetzt, damit die Community bestehen bleibt und es in Zukunft auch leichter wird, Restreams und andere Events zu organisieren.

Ich hoffe sehr, dass dies nicht der letzte Restream gewesen sein wird, es kann mit grösserer Erfahrung nur noch besser werden. Und wisst ihr was? In diesem Moment dauert es schon wieder eine Sekunde weniger bis zum AGDQ 2015! Mit Hoverboards!

by Andypanther

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