The Legend of Zelda: A Link to the Past – Zu Recht eine Legende!

Wenn die Leute von „Klassischen Zeldas“ reden, sind in der Regel hauptsächlich zwei Spiele gemeint: Ocarina of Time, welches den Sprung auf 3D darstellte und die Spielewelt revolutionierte und natürlich A Link to the Past für SNES. Jenes Spiel habe ich leider nicht in meiner Kindheit zocken können, da meine erste Konsole der N64 war. Später jedoch habe ich es nachgeholt. Da der neuste Teil der Serie, A Link Between Worlds, sich offensichtlicher denn je an A Link to the Past orientiert, ist es Zeit in einem ausführlichen Artikel zu erklären, warum dieses Zelda eigentlich so legendär ist.

Um so einen Klassiker gebührend zu würdigen, musste natürlich eine Originalcartridge her. So kam ich damals zu meinem SNES. Eine Anschaffung, die ich nicht bereut habe. Aber kommen wir zum Spiel selbst. Als ich nämlich zum ersten Mal diese Inkarnation von Link steuerte, fiel mir sofort auf, wie viel Ocarina of Time eigentlich bloss übernommen und in die Dritte Dimension übertragen hat. Denn das Gameplay an sich ist identisch: Man fängt ganz einfach mit nichts als Schwert und Schild an, findet aber nach und nach neue Ausrüstung, um die unterschiedlichsten Rätsel zu lösen und Gegner besiegen zu können. Zelda-typisch sind natürlich das Dungeon-Design mit Bossschlüssel und „Dungeon-Item“, klassische Items wie Master Schwert, Bumerang sowie Enterhaken und die Story um das Trio Link/Zelda/Ganon. Kernstück des Spiels ist aber die Idee mit den Parallelwelten, eine Spielmechanik, welche die Serie später mehrfach kopiert hat. Dieser Wechsel zwischen Licht und Schatten ist sehr geschickt für allerlei Puzzles eingesetzt worden und erlaubt es dieser Version von Hyrule, jeden Ort quasi zweimal zu nutzen. Die Zeitreisen in Ocarina of Time sind im Grunde ein und dasselbe wie die Wechsel zwischen den Welten in A Link to the Past.

Natürlich wird es nicht ganz leicht für Spieler, welche mit 3D aufgewachsen sind. Link kann zwar einiges mehr als noch zuvor beim Ur-Zelda für NES (unter anderem diagonale Bewegung und ein ausgereifteres Schwertkampfsystem) und springt sogar automatisch von Kanten ab, trotzdem muss man sich zunächst mit der Mechanik solcher Spiele vertraut machen, um nicht ständig irgendwo festzusitzen. Hier wird man nicht permanent bei der Hand genommen, man muss schon selbst wissen, wie man weiterkommt, zudem ist die Welt nonlinear aufgebaut. Auch auf etwas Trial & Error muss man sich gefasst machen, wenn man etwa zum öffnen der Tür einen spezifischen Block verschieben muss, der allerdings exakt gleich aussieht wie alle anderen im Raum. Abgesehen davon gibt’s aber all die Schiebepuzzles und Fackelrätsel, die man sich nur wünschen kann, nur halt in 2D.

Das Leveldesign ist durchwegs gelungen und funktioniert stark nach dem Metroidvania-Prinzip: Immer wenn man ein neues Item findet, erinnert man sich: „Ach ja, da war doch diese Passage wo ich nicht weiterkam…“ – ein neuer Weg öffnet sich. Die Items sind dabei alle sehr gut ins Gameplay integriert, das Problem aus späteren Zeldas, dass man bestimmte Items quasi nur in einem Dungeon benutzen konnte, existiert hier nicht. Es gibt Nah- und Distanzwaffen, Magie-Items sowie Upgrades wie erhöhte Stärke oder bessere Schwerter. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Magischen Spiegel zu, mit dem sich die Schattenwelt jederzeit verlassen lässt: Der Hintergrund verändert sich und plötzlich ist man wieder im normalen Hyrule. Dabei entsteht ein temporäres Portal, mit dem man wieder zurück in die Schattenwelt kann, normalerweise ist dies nämlich nur durch spezielle Warpfelder möglich. Klar, dass viele Oberwelt-Puzzles auf dieser Mechanik basieren.

Es wärej jedoch kein Zelda, wenn es nicht auch Kämpfe gäbe. Es ist die richtige Mischung, die erst den Reiz der Serie ausmacht. Gegner gibt es für Link mehr als genug, von kleinen Nervern bis zu riesigen Bossen. Meist gibt es für jede Art von Feind die ideale Waffe um gegen ihn vorzugehen, die aber oftmals erst später verfügbar wird. Im Gegensatz zu den 3D-Zeldas gibt es hier eine recht hohe Dichte an unbesiegbaren Gegnern, bei denen nur Ausweichen übrig bleibt. Bei allen anderen Kämpfen macht sich aber schnell das gelungene Kampfsystem bemerkbar, das in einem 2D-Spiel eigentlich kaum besser sein könnte. Besonders überzeugt hat mich, wie der Schild ins Gameplay integriert wurde, ohne ihn direkt steuerbar zu machen: Er macht einen Teil von Links Hitbox immun gegen Angriffe, so dass diese bloss noch abprallen. Was alles geblockt werden kann und wie gross der Schutz ist, hängt vom jeweiligen Schild ab. Ach ja: Mit dem Schwert lassen sich bei voller Energie sogar Strahlen verschiessen, nicht mal Ocarina of Time hatte das!

Kämpft man gegen die vielen Bosse, so ist wie gewohnt ein bestimmtes Item optimal, jedoch nicht so vorhersehbar wie bei den späteren teilen. Nicht immer ist das Dungeon-Item gefragt und manche Bosse sind auch am besten mit dem Schwert zu bekämpfen. Ich bin offenbar nicht der einzige, der positiv über die Bosse denkt, da viele von ihnen in abgewandelter Form auch in späteren Zeldas auftauchten.

Wirklich gestört hat mich an A Link to the Past nur sehr wenig. So gab es einige Dinge, bei denen man nur schwer zur Lösung kommt, wenn man sie nicht nachliest (Wie schon erwähnt: Trial & Error-Puzzles oder auch Items wie Silberpfeile, bei denen man sich noch an die kleinste Textbox erinnern muss, um darauf zu kommen, wie man sie erhält). Ganz klar, hier wird vom Spieler einiges verlangt, was man also auch positiv sehen kann. Ansonsten hätte ich bloss noch zu bemängeln, dass die Dungeons etwas eintönig sind mit ihrer Hintergrundmusik. Das Spiel hat einige klassische Songs zu bieten (Zelda Main Theme, Dark World, Kakariko), aber in den Dungeons gibt’s nur einige wenige Varianten zu hören.

Fazit

The Legend of Zelda: A Link to the Past ist so gut wie alle immer sagen. Jeder sollte dieses Meisterwerk zumindest einmal gespielt haben. Neben dem Gameplay und dem Leveldesign, ist auch der Umfang dieses Spiels herausragend. Es hat mit Abstand die meisten Dungeons der gesamten Zelda-Serie. Auch sollten 2D-unerfahrene Zocker sich nicht zu viel Gedanken über den Schwierigkeitsgrad machen, da dieser stark davon abhängt, wie stark man Link abseits der Hauptstory aufrüstet. Es gibt also keine Ausrede! Wer diese Legende unter den 16 Bit-games nicht gespielt hat, muss das schleunigst nachholen!

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by Andypanther

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