Terraria: Mehr als nur Minecraft in 2D

Mein meistgespieltes Steam-Spiel und die grösste Sucht seit Minecraft: Terraria, der RPG/Adventure/Sandbox-Genremix. Ich unterbreche jetzt mal die Graberei, um dieses Spiel mit einem Artikel zu würdigen.

Der Anfang gleicht Minecraft: Man wird mitten in einer zufällig generierten Welt abgesetzt und muss versuchen zu überleben. Immerhin bekommt der Terraria-Charakter ein Set mit billigem Anfangs-Equipment mitgeliefert und muss nicht wie Steve mit leeren Händen starten. Von nun an heisst es Blöcke abbauen, ein Haus damit errichten, Items herstellen und langsam aber sicher immer stärker werden. Ein eigentliches Ende hat Terraria nicht, dieses kann man individuell bestimmen. Sei es nun das Besiegen des letzten Bossgegners oder das Erhalten des perfekten Itemsets seiner jeweiligen Charakterklasse (eine hier an sich künstliche Sache). Aber auch dann geht es noch lange weiter: Es gäbe die Möglichkeit, nach allen dekorativen Items zu suchen (eine Lebensaufgabe!), die Welt vollständig von der „Corruption“ zu befreien, oder durch die beliebige Veränderbarkeit der Umgebung kreativ zu werden. Es wird also schon hier klar: Wer mit Minecraft grundsätzlich nichts anfangen kann, wird auch mit Terraria nicht glücklich werden. Doch was ist jetzt der grosse Unterschied zwischen den beiden Spielen?

Der offensichtlichste wäre das 2D-Gameplay. Es gibt Terraria einen komplett anderen Charakter und legt den Fokus viel stärker auf Adventure und RPG, statt auf reine Kreativität. Darum ist es wohl am präzisesten gesagt, wenn man Minecraft als „Sanbox-Spiel mit Adventure-Elementen“ und Terraria als „Adventure-Spiel mit Sandbox-Elementen“ bezeichnet. Die restlichen Unterschiede stecken in kleinen, aber wesentlichen Details. So ist die Welt von Terraria etwa nicht unbegrenzt und wird stattdessen in drei wählbaren Grössen generiert. Die verschiedenen Biomes sind klarer abgegrenzt und sind auch stärker in die Story eingebunden (wenn man denn im klassischen Sinne von einer Story sprechen kann). Ausserdem funktioniert der Charakter getrennt von der Welt. Das heisst, man kann also ohne weiteres die mit high-end Items ausgerüstete Spielfigur in eine komplett neu generierte Welt schicken.

Die meiste Zeit wird man mit der Jagd nach einem besseren Item verbringen, nennen wir es Item A, dass jedoch seinerseits wieder Item B voraussetzt, an dass man allerdings nur mittels Item C herankommt. Das klingt sehr simpel, ist aber zum Glück nicht die ganze Wahrheit. Denn das zuvor genannte Schema kann durchbrochen werden, wenn man denn einfallsreich genug ist. Warum nicht Item C überspringen und direkt zu D gehen, das Spiel ist vielseitig genug, um für Probleme mehr als eine Lösung zu haben. Zuvor habe ich auch erwähnt, dass die Charakterklassen eigentlich etwas Künstliches sind und das stimmt auch. Das Spiel hat nur die Items so gestaltet, dass sie entweder Nahkampf, Fernkampf oder Magie unterstützen, wobei natürlich auch gemischt gespielt werden kann. Besonders gelungen finde ich dieses System deswegen, weil man dadurch jederzeit seinen Spielstil ändern kann, alles was es braucht sind jeweils andere Items.

Die Lernkurve des Spiels finde ich genau richtig, man lernt langsam aber sicher alle Eigenheiten des Spiels kennen und der Charkter wächst mit. Hat man erstmal den Einstieg hinter sich, der durchaus etwas verwirrend sein kann, vergehen die Stunden wie im Flug und man wundert sich, was da plötzlich für eine Zeit auf der Uhr angezeigt wird. Man wird sich zwischendurch zwar auch ärgern, sei es durch einen überraschend schweren Bossgegner oder einen zufälligen Itemdrop, der einfach nicht kommen will, der Suchtfaktor bleibt. Wie bei Minecraft lässt sich dieser zudem noch vervielfachen, wenn man mit Freunden zusammen zockt, sei es kooperativ oder gegeneinander. Besonders übel ist es mit der Sucht für Leute wie mich, die zu den Komplettionisten zählen und einfach alles freischalten wollen, denn Terraria ist wie gemacht für Sammelfreaks! Man nehme nur die ganzen Vanity-Items…

Bezüglich Sandbox-Gameplay muss Terraria im Vergleich mit Minecraft jedoch den kürzeren ziehen. Obwohl auch hier Dinge wie beispielsweise die sogenannten „Circuits“ für allerlei Technische Spielereien erstellt werden können, sind die Möglichkeiten weit unter denen von Minecrafts Redstone-Gameplay. Dies sehe ich jedoch nicht zwingend als Minuspunkt an, da die Einschränkungen zu einem grossen Teil der Tatsache geschuldet sind, dass das Gameplay „nur“ in 2D ist (welches dann an anderen Stellen wieder Vorteile hat).

Fazit: Ein geniales, im höchsten Masse kreatives 2D-Spiel, dass besonders für Fans von Minecraft suchtgefährlich ist. Der Umfang ist riesig und die Schwierigkeit relativ hoch, was zu einem starken Wiederspielwert führt. Auch durch die vielen kleinen Details (etwa die zahlreichen nerdigen Popkultur-Anspielungen) überzeugt Terraria sehr. Unbedingt ausprobieren, falls ihr diesen Spieletyp nicht gerade aufs äusserste verachtet. Übrigens gibt’s das ganze auch auf Konsole, wobei ich es aber trotzdem als PC-Spiel betrachte. Die Wahl liegt bei euch!

by Andypanther

Eine Antwort zu “Terraria: Mehr als nur Minecraft in 2D

  1. Wirklich ein tolles Spiel, habe es auf der Xbox 360 gespielt. Werde mir aber im nächsten Sale bei Steam nochmal die PC Version holen und dann das bis dahin hoffentlich veröffentlichte kommende Update spielen können. 😉

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