AGDQ 2013 – Ein Rückblick

Das war‘s, Awesome Games Done Quick 2013 ist vorbei. Wie erwartet wurde das Speedrun-Event schlechthin zu einem wahren Fest für alle Zocker. Werfen wir einen Blick zurück…

Es war schon lange klar gewesen, dass diese Ausgabe des Speeddemosarchive-Marathons die bisher grösste werden würde. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der immer lauter werdenden Stimmen, welche SDA in Zeiten von TwitchTV und Speedrunslive als Auslaufmodell betrachten, war der Hype riesig gewesen. Professioneller und aufwändiger denn je organisiert, entwickelte sich die Veranstaltung zu einem regelrechten Who-is-Who der Speedrun-Szene. Besonders bekannt sind dabei natürlich Siglemic, erfolgreichster Speedrunner überhaupt mit bis zu fünfstelligen Zuschauerzahlen auf Twitch; und Cosmo, Mitbegründer von Zeldaspeedruns und Speedrunslive. Die beiden haben es als erste geschafft, mit Speedrunning ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Dazu kommen weitere bekannte Namen wie Trihex, SDA-„Diktator“ Mike Uyama, PJ, MilesSMB, und Romscout.

Bei den Spielen wurde auch diesmal eine gute Auswahl getroffen. Man bekam die unverzichtbaren Klassiker, aber auch populäre neuere Games welche noch nie bei AGDQ zu sehen waren. Dabei wurde erneut das bewährte Schema mit den Blöcken für die grossen Serien verwendet: Es gab z.B. einen für die klassischen Marios, die alten Sonics, getrennte Blöcke für „Classicvania“ und „Metroidvania“ und für Mega Man. Nicht zu vergessen der besonders kultige Teil „Awful Games Done Quick“, der diesmal mit Perlen à la Sub-Terrania, Sonic ’06, Timecop oder Shadow the Hedgehog vertreten war. Von der Auswahl her konnte man sich wirklich nicht beschweren. Das einzige Spiel, das ich wirklich vermisst habe, war Paper Mario. Dieses N64-RPG (ja, sowas gibt’s!) wurde letztes Jahr dank einer Reihe von neuen Sequence Breaks sehr populär für Speedrunning. Der Marathon wäre ideal gewesen, um all diese spektakulären neuen Tricks zu demonstrieren. Ähnliches passierte ja bekanntlich auch mit Banjo-Kazooie, welches es in seinem Fall aber tatsächlich zum Marathon geschafft hat. Aber eben, es ist nur ein einziges Spiel und man kann eben nicht alles haben.

Beim eigentlichen Ziel des Anlasses, der Spendensammlung zugunsten der Prevent Cancer Foundation, haben sich die Organisatoren diesmal selbst übertroffen: Die Gesamtsumme übertraf nicht nur die 150’000 vom letzten Jahr (welche bereits Rekord gewesen waren) und erreichte das neue Ziel von 200’000, nein, sie beträgt inzwischen sagenhafte 420’000$! Das ist mehr als in bisher allen SDA-Marathons zusammen eingenommen wurde! Von solchen Dimensionen hätte man Anno 2010, als zum ersten Mal Classic Games Done Quick stattfand, noch nicht einmal zu träumen gewagt. Es scheint, dass sich das System mit den Preisen, den Choices (man konnte auf Filenames, Spielmodi und ähnliches setzen) und Challenges (so mussten zum Beispiel insgesamt 10’000 gesetzt werden, damit Siglemic einen 16 Star-Run zeigt) durchgesetzt hat. Die Preise wurden dabei so verlost, dass grundsätzlich jeder davon – einen Mindesteinsatz voraussetzt – (wobei der Betrag nicht durch eine einzige Spende erreicht werden musste) und sie aufgeteilt waren in Hauptpreise und spielspezifische Preise, auf die man nur während des jeweiligen Runs/Blocks setzen konnte. Geholfen hat sicherlich auch die Aussicht darauf, seinen mitgelieferten Kommentar live im Stream vorgelesen zu bekommen. Zusätzlich kam noch Geld durch den Verkauf von T-Shirts hinzu. Aber ihr wollt wissen, worauf ich gesetzt habe? Auf Sub-Terrania hard mode. Ich wollte Mike Uyama leiden sehen, Muahahaha!

Was mir aber fast noch mehr aufgefallen ist als der enorme Ertrag, ist die Verbreitung des Events. Zum ersten Mal seit ich mich mit Speedruns beschäftige, hatte ich das Gefühl, dass die Community auch wirklich von aussen wahrgenommen wird. Man sah Menschen von AGDQ reden, die zuvor kaum wussten was der Begriff „Speedrun“ bedeutet oder die Szene für nichts mehr als ein paar autistische Kellerkinder gehalten hatten. Aber diesmal wuchs Speedrunning über dieses Klischee hinaus. Die 55’000 Zuschauer während der Schlussphase von Siglemics 120 Sterne-Run können kein Zufall gewesen sein. Und eigentlich geht es dabei um mehr als um diese eine Community: Es geht darum zu zeigen, dass Gaming auch etwas anderes sein kann als Sucht, Realitätsflucht oder gar Gefahr. Mit einem Controller und einer guten Idee, lässt sich Positives bewirken. Egal ob die Mainstreammedien den Marathon ignoriert oder übersehen haben, ich finde trotzdem dass die Zockergemeinschaft als ganzes einen Schritt weitergekommen ist. Gesellschaftliche Feindbilder kommen und gehen, also lassen wir uns davon nicht verunsichern und nehmen uns die Leute von Speeddemosarchive zum Vorbild.

Wenn ihr euch die Highlights des Events noch einmal anschauen oder einen verpassten Run nachholen wollt, dann durchwühlt entweder das Archiv auf Twitch, oder wartet auf die offiziellen Encodes von SDA – ihr könnt euch sicher sein, dass wir sie posten werden!

Also dann… Hype für AGDQ 2014!😀

by Andypanther

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s