Konzertbericht: Die Toten Hosen live in Zürich

Hallo ihr NBN-Fans! Überrascht das Wort „Konzertbericht“ zu lesen? Ein deutlicher Beweis, dass wir durchaus auch mal unseren Keller verlassen! Tja, die Gitarre meiner Comicfigur kommt nicht von ungefähr, denn so sehr ich ein Zocker bin, bin ich auch ein Fan von Stromgitarrenmusik. Metal, Hardrock oder eben Punk, das sind Klänge die mich schnell einmal vom Controller weglocken können. Daher dachte ich mir, ich könne doch auch mal über die letzte Show berichten die ich besucht habe. In diesem Fall: Die Düsseldorfer Punk-Institution, Die Toten Hosen, live im Zürcher Hallenstadion…

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, hinzugehen. Ich hatte die gleiche Band schon vor vier Jahren einmal gesehen und das ebenfalls im Hallenstadion. Damals hatte es mich jedoch, trotz einer für die Hosen typischen genialen Show, sehr genervt, auf einem elenden Sitzplatz rumgammeln zu müssen, während unten auf dem Parkett gefeiert wurde. Bekanntlich gibt es heutzutage ja eine Trennung zwischen Sitz und Stehplätzen, anders als bei meinem ersten Konzert an dem Ort. Ausserdem bin ich generell kein Freund allzu grosser Locations – zu durchorganisiert und kommerzialisiert für meinen Geschmack. Dementsprechend gross war also meine Begeisterung, die Band nochmal an gleicher Stelle zu sehen, so gut sie als Liveband auch sein mögen. Zumal ich mir gut vorstellen konnte, wie schnell die Stehplatztickets weg sein würden. Allerdings gibt es ja noch meine Schwester, den grössten DTH-Fan südlich von Düsseldorf, die schon seit Ewigkeiten auf den nächsten Gig hingefiebert hatte und schon 2008 dabei gewesen war. Da sie leider keine andere Person zur Begleitung fand und nicht alleine hingehen wollte, bot sie mir an, direkt via die Bandwebsite aus Deutschland vorzubestellen – Stehplätze versteht sich. Da ich selbst noch nicht einmal über diese Möglichkeit Informiert gewesen war und ich die Hosen ja doch gerne einmal unter den richtigen Voraussetzungen erleben wollte, war nun klar: Wir würden wieder nach Oerlikon fahren!

Eröffnet wurde die Show durch eine etwas undergroundigere Düsseldorfer Band, die Broilers. Mit ihrem Sound, der eine Mischung aus Punk und Ska darstellt, sowie ihrer sympathischen Art hatten sie die Zuschauer schnell auf ihrer Seite. Genau das, was ein Supportact sein sollte – eine musikalisch passende, fähige Band, die in irgendeiner Form vom Hauptact inspiriert wurde. Falls sie noch Freunde sein sollten, umso besser. Als gegen 9 Uhr schliesslich die Toten Hosen selbst die Bühne betraten, waren dann die letzten negativen Gedanken wegen der Location vergessen. Schon beim Opener, dem Titeltrack des aktuellen Albums Ballast der Republik, hatte Frontmann Campino das Publikum in seiner Hand.

Die Hosen waren und sind noch immer eine der besten Livebands. Nicht unbedingt spielerisch, sondern von der Stimmung. Sie schaffen es scheinbar mühelos, die Leute mitzureissen und aus einem einfachen Konzert ein Ritual zu machen. Natürlich hilft es, ein begeistertes Publikum zu haben, das selbst die neueren Songs Wort für Wort mitsingen kann. Es wirkt nie, als ob die Band über den Zuschauern stehen würde, alles erscheint authentisch und echt, trotz hoher Professionalität und gigantischer Verkaufszahlen. Einen derart energiegeladenen Sänger wie Campino zu haben, hat daran sicher einen nicht ganz unwesentlichen Anteil. 50 ist er dieses Jahr also geworden? Man glaubt es kaum.

Die Setlist konnte sich sehen lassen. Da die Hosen eine jener Bands sind, die von Show zu Show einige kleinere Änderungen vornehmen, weiss man vorher nie, was einen genau erwartet. Diesmal bekamen wir neben dem doch nicht jedes Mal gespielten Wort zum Sonntag (natürlich mit traditionellem Crowdsurfing des Frontmanns) doch tatsächlich auch Eisgekühlter Bommerlunder zu hören, einer der ganz niveauvollen Songs der Düsseldorfer. Toll zum Mitgröhlen! Natürlich machten auch die anderen Klassiker wie Bonnie & Clyde, Liebeslied, Hier kommt Alex oder Wünsch dir was grossen Spass. Dazu kamen eine Reihe neuerer Songs, inklusive des Megahits Tage Wie Diese. Besonders lustig war das Cover von Schrei nach Liebe, dem bekannten Song einer „talentierten jungen Band aus Berlin, die es bestimmt mal weit bringen wird“. Dass die Hosen nun ausgerechnet einen Song dieser Band in der Setlist haben, ist etwa zu vergleichen mit der Tatsache, dass heute Sonic-Games auf Nintendokonsolen erscheinen.

Am Ende des Abends stimmten ich und meine Schwester darin überein, dass es sich mehr als gelohnt hat. Trotz der Organisation. So konnten Tickets etwa nicht in die Halle genommen werden, ganz toll, wenn man gerne eine der schicken Vorbesteller-Karten als Andenken behalten hätte. Besonders mühsam war aber, die zuvor deponierten Jacken wieder abzuholen: Es kommen da jeweils derart viele Menschen in derart kurzer Zeit an die Garderobe gedrängt, dass ein komplettes Chaos ausbricht. Das MUSS sich besser organisieren lassen, denn ich will nicht daran denken, was da bei einer Massenpanik passieren könnte…

Aber wie gesagt, letztlich war die Show alle Unannehmlichkeiten Wert. Wenn ihr also einmal die Gelegenheit haben solltet, Die Toten Hosen live zu sehen, dann nutzt sie! Es lohnt sich🙂

by Andypanther

3 Antworten zu “Konzertbericht: Die Toten Hosen live in Zürich

  1. Pingback: Musik

  2. Sollen live wirklich der Hammer sein, hab ich auch schon gehört😉

  3. Liebeslied❤

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s