10 Jahre Metroid Prime

Es ist wahrlich kein Geheimnis: Metroid Prime ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Ich würde es da mindestens in die Top 3 einordnen. Ich halte es sogar für das beste Spiel der 6. Generation und stelle es auf eine Stufe mit Meisterwerken wie Ocarina of Time. Heute wird Metroid Prime 10 Jahre alt. Zeit also, ein für alle Mal zu erklären warum ich es so vergöttere…

Gehen wir zurück zu den Anfängen. Wir erinnern uns an die N64-Ära: Mario, Link, Donkey Kong; sie alle waren erfolgreich ins 3D-Zeitalter gestartet. Nur Samus blieb diese Ehre verwehrt. Das einzige 64-bit-Lebenszeichen der Weltraumheldin war der Auftritt in Super Smash Bros. gewesen. 1998 entstand aus einer Zusammenarbeit mit Nintendo und Jeff Spangenberg, dem Gründer von Iguana Entertainment (am besten bekannt für Turok) ein Entwicklerstudio namens Retro Studios. Nintendo war an der Entwicklung von Spielen interessiert, die eine ältere Käuferschicht ansprechen sollten und ein neues Studio voller Iguana-Mitarbeiter schien dafür ideal zu sein. Retro versuchte sich an einigen Projekten, von denen jedoch keines das Licht der Welt erblickte. Als jedoch Miyamoto-san selbst einen Blick auf die bisherige Arbeit warf, brachte ihn die Engine für einen Ego-Shooter auf die entscheidende Idee: Warum nicht ein Metroid-Spiel von dem Studio entwickeln lassen? Obwohl es sich zunächst in der Dritten Person spielen sollte, wagte man schliesslich den Schritt in die Ego-Perspektive. Ein wie sich herausstellen sollte mehr als richtiger Schritt.

Die Story des Spiels findet direkt nach den Ereignissen des Ur-Metroid statt: Nachdem Samus die Basis der Weltraumpiraten auf Zebes vernichtet hat, empfängt sie ein Notrufsignal, dass sie zu einer beschädigten Fregatte vor dem Planeten Tallon IV führt. Dabei handelt es sich offensichtlich um ein Labor der bereits besiegt geglaubten Piraten, in dem die Experimente ausser Kontrolle geraten sind. Die Piraten haben auf dem Planeten offenbar eine strahlende Substanz namens Phazon entdeckt, welche bei allen Lebewesen starke Mutationen auslöst und von Samus‘ Erzfeinden nun für ihre Experimente an zahlreichen Kreaturen eingesetzt wird. Wird Samus dem Geheimnis des Phazon auf die Spur kommen und die Pläne der Piraten erneut vereiteln können? Dies ist der Anfang einer langen Storyline, die mit Prime 3 endet und danach in die Ereignisse von Metroid II mündet.

Metroid Prime ist theoretisch ein Ego-Shooter. Man steuert Samus aus der entsprechenden Perspektive und schiesst auf Gegner. Trotzdem sind diese Grundlagen die einzigen Gemeinsamkeiten mit dem Genre, denn bereits die Steuerung wird Shooterfans irritieren. Kein Dual-Analog und auch kein Goldeneye-Kontrollschema sind angesagt, Retro entschied sich für etwas komplett Neues. Die einzige Waffe des Spiels, Samus‘ Waffenarm, ist immer gleich ausgerichtet. Steht man still, kann ihn man durch gedrückthalten der rechten Schultertaste beliebig ausrichten. Lässt man wieder los, richtet sich er sich wieder neutral aus. Per linker Schultertaste werden Gegner, ganz im Zelda-Stil, anvisiert und dadurch in Samus‘ Blickfeld gehalten. Der dadurch freie zweite Joystick wird für das Wechseln zwischen den verschiedenen Beams verwendet, während das Steuerkreuz für die Visoren eingesetzt wird. Manche Spieler haben sich bis heute nicht mit dieser Steuerung anfreunden können, allerdings scheint es sich bei diesen Hauptsächlich um regelmässige Shooter-Zocker zu handeln. Ich jedenfalls finde die Steuerung perfekt. Ein weiteres Gameplayelement ist der Morph Ball. Samus kann sich (entgegen aller anatomischen Logik) zu einer Kugel zusammenrollen und dadurch neue Abschnitte erkunden. Dazu wechselt das Spiel in eine Third Person-Perspektive.

Das gesamte Gameplay ist eine Übertragung der klassischen Metroid-Elemente in die Dritte Dimension: Die verschiedenen Beams, der Morph Ball und seine Bomben, der Grapple Beam… All das ist typisches Metroid-Gameplay. Man merkt dem Spiel wirklich an, wie viel Mühe sich die Entwickler gegeben haben die grossen und kleinen Dinge welche ein gutes Metroid ausmachen auf den Gamecube zu übertragen. Manches, wie etwa der Speed Booster und die Screw Attack, hat den Sprung zwar nicht geschafft, dafür kam aber das Element der Visoren hinzu. Diese alternativen Sichtvarianten sind etwas, was in einem 2D-Spiel so nicht möglich ist und bereichern dadurch das altbekannte Gameplay. So lassen sich etwa Objekte Scannen oder versteckte Gegner mithilfe ihrer Körperwärme aufspüren.

Das HUD ist sehr gelungen, man beachte den Umriss des Helms.

Das Erforschen der Umgebung ist ein zentraler Punkt des Spiels und nimmt eine zentralere Rolle als das Kämpfen ein. Metroid Prime ist nicht „Kämpfen und zwischendurch Rätsel lösen“, es ist viel mehr „Erkunden und zwischendurch Kämpfen“. Dazu trägt auch Samus‘ Datenbank bei, die im Verlauf des Spiels mit immer mehr Informationen zu Kreaturen, Technologien, Artefakten und Logbucheinträgen der Piraten gefüllt wird. Auf diese Weise erfährt man auch die Story. Wer das Gefühl hat, einfach nur ballernd durchs Spiel rushen zu müssen, bitte, der muss sich gar nicht erst mit diesen Informationen aufhalten. Allerdings verpasst man dann auch so gut wie alles, was Metroid Prime so grossartig macht.

Es ist nämlich die Atmosphäre, diese unglaublich dichte Atmosphäre, welche für mich letztlich den Unterschied macht zwischen „Sehr gut“ und „Grossartig“. Wie man durch die tropische Tallon-Oberwelt läuft (mit entsprechend nassen Visor), eine Kreatur scannt und dadurch jedes biologische Detail über sie erfährt. Wie man die Chozo-Ruinen erforscht und einen von den Piraten errichteten Durchgang durchquert, sich dabei den Visor mit Dampf beschlägt und kurze Zeit später per Scan das Alter einer Säule mitteilen lässt.DAS ist die Metroid Prime-Atmosphäre! Der stimmige Soundtrack mit seinen dezenten elektronischen Klängen trägt dazu ebenso bei wie die wunderschöne Optik, die zu den besten der Konsole gehört. Ausserdem haben die Entwickler den schlauen Trick verwendet, Ladezeiten durch Cutscenes, Türen und Durchgangswege zu maskieren. Auf diese Weise wird man nicht durch einen langweiligen Ladebalken aus der Spielwelt gerissen.

Der Morph Ball ist ein wichtiges Gameplayelement.
Der Wechsel zwischen First- und Third-Person ist vollkommen flüssig.

All diese Elemente zusammen erzeugen ein Spiel, das als Gesamtes nahezu perfekt ist und sich einen Platz in der Reihe der grössten Klassiker mehr als verdient hat. Wenn man zum ersten Mal von den unheimlichen Chozo-Geistern überrascht wird, wenn man in den Logbucheinträgen der Piraten über ihre Analysen von Samus liest, wenn man mit dem letzten Energie Tank gegen eine Gruppe Metroids kämpft… Das sind Momente die einem in Erinnerung bleiben und die Metroid Prime zu einem meiner Lieblingsspiele machen. Die Hauptkritikpunkte die man in der Regel so hört, die Steuerung und der Sammelquest gegen Ende des Spiels, stören mich überhaupt nicht. Gerade die Steuerung finde ich ja, wie bereits erwähnt, einen grossen Pluspunkt.

Ohne weiteres 10 von 10 zerplatzenden Aliens.

Jetzt wisst ihr warum ich dieses Spiel so liebe. Happy Birthday, Metroid Prime🙂

by Andypanther

5 Antworten zu “10 Jahre Metroid Prime

  1. Pingback: Allgemeine Artikel - Seite 5

  2. Ich muss ja zu meiner Schaden gestehen, keinen einzigen Teil der Metroid Saga gespielt zu haben… :<
    Direkt mal auf die Liste setzen😉

    Achja, hier noch ein bisschen offtopic: Ich finde euer Kommentarsystem eher suboptimal mit dem Zwangslogin😦

    • Theoretisch kannst du, wenn du anonym einen Kommentar abgibst auch irgendeine spam-mail Adresse angeben. Wir kÖnnen hier leider nicht viel ändern da sind wir durch WordPress eingeschränkt.

  3. Pingback: Retro Achievements: Metroid Prime | Nerdy By Nerds

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s