Casual und Core – Eine Meinung & mögliche Definitionen

In den letzten Jahren wurden in der Gamingwelt wohl keine Begriffe so inflationär verwendet wie „Hardcore“ und „Casual“. Fast jeder benutzt sie, obwohl ihre genauen Definitionen so schwammig wie nur irgend möglich sind. Zeit also, diese mal etwas zu durchleuchten!

Die Definition von „Hardcore-Gamer“, gemäss dem typischen Fanboy-Kid oder Szene-Unkenner:

  • Spielt auf PC, PS3, Xbox 360 oder einem Sony-Handheld.
  • Spielt nur in HD
  • Spielt nichts ohne 18er oder wenigstens 16er Freigabe
  • Spielt primär Shooter. Beat ‚em Up’s sind auch okay, Action-Adventures müssen zumindest brutal sein.
  • Spielt niemals Jump ‚n‘ Runs oder Puzzlegames.
  • Shooter müssen einen Kriegshintergrund haben. Ansonsten sollte dies durch mehr Gewalt ausgeglichen werden.
  • Jedem Spiel, das mehr Farben als Braun und Grau enthält, wird mit Skepsis begegnet.

Jetzt die Definition von „Casual-Gamer“, gemäss derselben Klientel:

  • Spielt auf Nintendokonsolen und Handhelds.
  • Legt keinen Wert auf Grafik
  • Spielt auch Spiele, die eine Freigabe unter 16 haben.
  • Schreckt selbst vor Genres wie Jump ‚n‘ Run, Puzzle oder Funracer nicht zurück.
  • Legt keinen Wert auf angemessenen Anteil Blood and Gore
  • Spielt sogar Spiele mit bunter Grafik.

Anhand dieser Kriterien frage ich mich, wer denn überhaupt „Hardcore“ sein will? Warum sollte ich mich selbst in meinem Hobby limitieren, nur um den Ansprüchen dieses Männlichkeits-Wettbewerbs zu genügen? Es existieren durchaus gute 2D-Games mit bunter Grafik und Freigabe ab 0, liebe Hardcoreler. Durch solch eine pubertäre Einstellung bringt ihr euch nur um eine Menge Spielspass und darum geht’s ja hauptsächlich. Jetzt kommt mir nicht mit „Ernsthaftigkeit“, es gibt nur gute Unterhaltung und schlechte Unterhaltung. Ob es da um bunte Fantasywelten, gnadenlose Endzeitszenarien oder Klempner auf Pilzen geht, ist egal. Zumal es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass der farbenfrohe Hüpfspass spielerisch anspruchsvoller als der ach so männliche Kriegssimulator Nr. 58240 ist.

Also seid offen und lasst die Oberflächlichkeiten hinter euch, ihr werdet sehen wie sich euch eine ganze Welt spannender Software eröffnet.

by Andypanther

8 Antworten zu “Casual und Core – Eine Meinung & mögliche Definitionen

  1. Pingback: Allgemeine Artikel

  2. Ein sehr gewagter Angriff auf die Hardcore-Spieler. Viele Punkte kann ich rein gar nicht unterstützen. Viele Hardcore-Titel setzen nicht auf blood & gore (= PEGI 18). Beispiel: Jegliche Formen von RPGs und Simulationen (da gäbe es auch Racer – zum Thema „nur Shooter“). Weiter gibt’s auch viele bunte hc Titel. Ich denke da an Arcade Games auf Xbox LIVE bzw. PSN oder Halo.
    Bin mal gespannt, was andere Leser darüber denken…

  3. Ich unterstütze Joeys Meinung: Hardcore hat meiner Ansicht nach nicht zwingend etwas mit dem Gewaltgrad zu tun. Ich würde sagen, es geht eher um die Unterscheidung zwischen regelmässigen Spielern und Gelegenheitsspielern, was oft mit dem Anspruch oder der Zugänglichkeit der Games einher geht. Grundsätzlich bin ich aber einverstanden damit, dass man diese starre Einteilung in zwei Gruppen auflöst. Die Marketing-Abteilungen interessiert das auch nicht. Die sind auf der Suche nach ganz spezifischen, neuen Zielgruppen, mit denen der Markt ausgeweitet werden kann. Man blinzle dabei (zu Unrecht schmunzelnd) auf den Landwirtschafts Simulator, der sich durch die Erschliessung einer neuen Zielgruppe sehr viel besser verkauft hat, als man glauben mag.

  4. Provokativ, ich weiss. Aber ich sehe schlichtweg keinen Unterschied zwischen zwei erfahrenen Spielern die PS360 bzw. Wii zocken. „Hardcore“ ist man meiner Meinung nach erst, wenn man zu seinem Hobby eine umfangreiche Sammlung und grosses Wissen besitzt, und natürlich auch entsprechende Controller-Skills vorweisen kann. Auch E-Sportler und Speedrunner fallen unter diese Definition. Nur die aktuellste Hard- und Software zu besitzen und in der Freizeit im zurzeit angesagtesten Spiel online zu gehen fällt nicht darunter. Frag doch mal ein CoD-Kid nach dem Namen des ersten Teils…

    Es kommt darauf an wie man spielt, nicht was. Mir ist bewusst dass dies bedeutet, ein Nerd zu sein. Aber schliesslich waren es wir Nerds, die als erste Videospiele gespielt haben. All diejenigen die mit jetzt mit „Casual“ um sich werfen, sind die welche früher über die ganze Szene gelacht haben.

  5. Auch Starcraft und Warcraft III sind Hardcore titel.. und die Spiele sind wohl im E-Sport bereich eher von wissenschaftlicher Natur. Ausserdem denke ich das gute Shooterspieler den Shooter eher abstrakt betrachten und ihn nicht wegen seiner Brutalität wählt sondern wegen dem guten Balancing oder der Vielseitigkeit.

  6. Pingback: Casual und Core – Die Antwort | Nerdy By Nerds

  7. Ich unterscheide zwischen Core und Casual eher das die Casual nur 1-2 Stunden spielen und der Core halt auch den ganzen Tag mit seinem Spiel verbringen kann. Ich zbsp habe seit ich Sc2 WoL habe jeden Tag durchgespielt und bin dann in die Grand Master League gekommen. Meine Freunde welche nur unregelmäßig gespielt haben sind noch in Bronze/Silber.

  8. Pingback: 2 Jahre Nerdy By Nerds! | Nerdy By Nerds

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