Gears of War 3: Mehr als plumpe Handlung & flache Sprüche?

Jetzt wird wieder aus der Deckung geschossen. Epic Games bringt Marcus Fenix zurück – zum dritten Mal exklusiv für die Microsoft-Konsole. Die Aufmachung macht eines deutlich: Hier gehts um Muskeln, Waffen, Blut & erbarmungslosen Krieg. Ohne Ausnahme. So dachte auch ich, bis ich schliesslich selbst überrascht war, was diese Story zu vermitteln vermochte. Vermögen die „Geräte des Krieges“ vielleicht viel mehr, als lediglich flache Sprüche zu klopfen und Aliens zu richten?

Wie schon der Vorgänger, landete auch dieser Titel schon bald in meinem Briefkasten. Die Geschichte des zweiten Teils braucht man kaum aufzufrischen, denn im Dritten erlebt man fast das Gleiche. Dementsprechend simpel ist die Handlung: Die Menschheit wird – nur wenig vereinfacht ausgedrückt – von den Locust sowie den neuen Leuchtenden bedroht. Diese Bedrohung gilt es nun abzuwenden. Natürlich mit Waffengewalt. Um die Missionen zusätzlich mit etwas Emotionen zu würzen, scheint Fenix’s Vater entgegen bisheriger Vermutungen doch noch am Leben zu sein. Ihn zu retten ist folglich ein weiteres Ziel unserer Truppe. Soweit zur Story – mehr würde schon fast das Skript des Spiels übertreffen.
Ein kleiner Anhang ist jedoch nötig: Die Handlung klingt sehr plump und absehbar. Das ist sie auch. Wer grosse Wandlungen und Überraschungen erwartet, sucht vergebens. Trotzdem birgt die Kampagne ein paar emotional sehr starke Elemente, welche ich von Gears 3 wohl zuletzt erwartet hätte. Vielleicht wirken sie gerade deswegen umso besser. Hut ab!

Beim Gameplay wird’s schon wesentlich interessanter. Obwohl auch hier seit dem zweiten Teil nicht viel passiert ist, funktioniert das Gameplay perfekt. Aus der  third-person-Perspektive gilt es die Gegner auszuschalten. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden ist gute Deckung Pflicht. Die Gegner sind vielseitig, dafür eher dümmlich und treten in den unterschiedlichsten Formen auf. Dass auch das Waffenarsenal kaum zu wünschen übrig lässt, müsste an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden. Hier wird die gewohnte Gears Qualität geboten. Die Aufgaben sind immer etwa gleich: Mach dich auf den Weg nach „Ort XY“. Natürlich wird unterwegs alles platt gemacht, was sich bewegt. Das Ganze wird teilweise durch Bossgegner oder Abschnitte in Fahrzeugen spannend aufgelockert.

Grafisch ist Gears of War 3 etwas vom Schönsten, was mir auf der Xbox bislang begegnet ist. Man sollte sich jedoch an den ständigen rostbraun-grau-Ton gewöhnen können. Auch in Sachen Audio ist Gears ganz in Ordnung – sogar auf Deutsch klingen die Stimmen authentisch, was die Dialoge natürlich nicht besser macht. Flache Sprüche und Kraftausdrücke füllen hier die Konversationen. So oder so empfehle ich, die Box auf Englisch umzustellen.

Wer die Kampagne, die jetzt netterweise auch im vierer cooperative mode spielbar ist, zu Genüge gespielt hat, wird sich den sehr unterhaltsamen Multiplayer-Modi zuwenden. Der Horde-Modus wurde um ein sehr interessantes, Tower-Defense artiges Element erweitert. Als Verteidiger hat man nun die Möglichkeit, die Map mit Zäunen oder Geschützen zu bestücken, um die immer stärker werdenden Gegnermassen in den Griff zu bekommen. Genau umgekehrt geht es im neuen Beast-Modus zu und her. Hier schlüpfen die Spieler – insofern sie genügend Credits gesammelt haben – in die Rollen diverser Monster und bekämpfen die verteidigenden COG (dt. KOR). Selbstverständlich besteht auch weiterhin die Möglichkeit, eine gewöhnliche Runde Death-Match oder ähnliches zu spielen, was mir persönlich weniger Spass bereitet hat.

Abschliessend kann man sagen, dass dem Spieler mit Gears of War 3 ein technisch überragender Shooter geboten wird, der lediglich in Sachen Handlung und Dialogen schwächelt. Doch wer kauft ein GoW wegen der Story? Falls ihr jedoch dieser raren Spezies angehört, könnt ihr euch auf den einen oder anderen Emotionalen Klimax freuen, wie man sie von Gears nicht erwarten würde.

Kurz und knapp: Shooter-Fan? Ja? Kaufen!

by Joey the Hobbes

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