How to: Nerd@Militär

Da die Schweiz in Sachen Wehrpflicht leider noch relativ rückständig ist und diese somit noch nicht abgeschafft hat, könnte folgender Artikel früher oder später für jeden Schweizer Nerd von grösserer Bedeutung werden. Aktuell bin ich in der Situation, leider Wehrdienst leisten zu müssen. Ohne Zweifel bringt dies einige grosse Änderungen des persönlichen Lebens mit sich. Gerade die Nerds trifft es wohl härter als manch andere. Man ist den ganzen Tag draussen, ohne PC, ohne Wlan oder Kabel-Internet.
But there is still hope! Es gibt einige Kniffe und Tricks, wie man sein ödes Militärleben wieder auf einen akzeptabel nerdigen Standard anheben kann. Im folgenden Artikel werde ich von meinen Erfahrungen berichten sowie Wege aufzeigen, wie ihr trotz Militärdienst euer nerdiges Leben möglichst ungestört fortsetzen könnt.

Unterschätzt die Rekrutierung nicht!
Der Grundstein für die folgenden 18/21 Wochen bzw. 300 Diensttage wird im Rahmen der Rekrutierung gelegt. Sie ist für eure Militärzeit also ausschlaggebend. Schon hier setzt mein erster Nerdtipp an: Wählt eine Bürofunktion! Meist sind diese Arbeiten nicht wirklich hart, man hat genügend Freizeit und vor allem Internet. Was wäre ein Nerd ohne Internet? Man bedenke: Da die Kaserne meist nicht über ein (nutzbares) Wlan verfügt, könnte dies eine der wenigen, raren Zugangsmöglichkeiten sein. Später werde ich euch noch eine weitere erläutern. Werdet also Büroordonnanz oder Truppenbuchhalter!

Aller Anfang ist schwer.
Stellt euch darauf ein! Ohne Ausnahmen! Am Anfang müsst ihr unten durch. Geschrei, wenig Schlaf, haufenweise neue (sinnlose) Regeln, sinnlose Befehle, Kollektivstrafen, machtgeile Vorgesetzte sowie praktisch keine Freizeit werden zur Tagesordnung gehören. Leider wird dieses Szenario ungefähr die ersten acht Wochen lang andauern. Durchhalten ist das Stichwort. Bessere Zeiten werden kommen. Gerade in der Anfangszeit solltet ihr euch verstärkt darauf konzentrieren, nicht weitermachen zu müssen. Zeigt also keinerlei übermässige Motivation und macht von Anfang an klar, dass Weitermachen für euch nicht infrage kommt. Haltet zur Sicherheit einige gute Argumente in der Hinterhand. Beispiele wären fehlende Motivation, kein Selbstvertrauen, fehlende Fähigkeiten, geplante Auslandaufenthalte, Arbeitsvertrag, geplantes Studium oder ein (fiktiv) geplanter Wechsel in den Zivildienst. Unterschätzt dies nicht! Jeder, der nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, erfüllt bereits die Anforderungen für einfache Kaderfunktionen. Weiter kommt hinzu, dass jeder, der weitermacht, seine eigentliche Funktion (z.B. Büroordonnanz) nie ausüben wird. Lange Rede kurzer Sinn: Weitermachen ist der Todesstoss für euer Nerdleben im Militär. Vielleicht sogar für euer Leben im Allgemeinen.

Auf das Equipment kommt es an.
Natürlich hat man einen PC oder Laptop im Büro, doch diese sind nur beschränkt zu gebrauchen. Zum einen liegt das an der übertriebenen Menge an Sicherheitssoftware, zum anderen am manipulierten Internet Explorer, bei dem viele Funktionen rausgelöscht wurden (beispielsweise werden die meisten Flashvideos blockiert). Weiter hat man im Büro auch nicht immer Zeit, um ausgiebig zu surfen. Kurzum: Eigene Hardware muss her.
Hier eine kurze Liste an Hardware, welche der Nerd zum Dienst mitbringen sollte:

  • Notebook (inkl. Zubehör)
  • Kabelcontroller
  • Externe Festplatte (am besten 2.5“ ohne separate Stromversorgung)
  • Smartphone (inkl. Möglichkeit, dieses als Wlan Hotspot zu nutzen [iPhone ab iOS 4.3 oder Android Smartphones sollten dies können] & entsprechendes Datenabo)
  • ev. kleine Lautsprecher

Am Ende könnte das Nerd-Militärsetup etwa so aussehen:

Die Liste bedarf vielleicht einer kleinen Erläuterung. Im Zentrum steht natürlich das Notebook. Dieses dient zum Surfen, DVD-Schauen & Zocken – deshalb auch der optionale Kabelcontroller. Da nur die wenigsten Notebooks leistungsfähig genug sind, um aktuelle Titel in akzeptabler Qualität zu spielen, empfehle ich das Emulieren von alten NES, SNES, PS oder N64 Titel. Heutzutage sollte jedes Notebook fähig sein, diese Games flüssig darzustellen und mutiert somit zur portablen Konsole. Endlich hat man also mal die Möglichkeit, die Perlen der Videospielgeschichte nachzuholen. Mit Controller macht dies gleich doppelt Spass.
Weiter ist natürlich das Smartphone sehr wichtig. Nebst dem mobilen Zugriff auf das Internet kommen wir so auch an unser rares Wlan für unser Notebook. Das Smartphone wird einfach zum Hotspot. Unterschätzt diese Funktion nicht! Die Geschwindigkeit lässt sich sehen und genügt für die meisten Anwendungen. Aber Achtung: Natürlich wird ein entsprechendes Datenabo vorausgesetzt, da eine solche Verwendung schnell mal einige MB kostet. Da mein Abo eine unlimitierte Datenmenge abdeckt, funktioniert das wunderbar. Alternativ kann auch auf einen Surfstick zurückgegriffen werden, welche jedoch zusätzliche monatliche Kosten verursacht. Wer also meinen kleinen Trick nutzt, hat hier Geld gespart. Wofür man eine externe Festplatte brauchen kann, muss ich wohl nicht gross erläutern.
Noch ein kleines Detail am Rande: Steckdosen sind meist nur beschränkt vorhanden. Das Mitbringen eines Multisteckers kann sich also bezahlt machen.

Hoffentlich konnte ich mit diesem Artikel den zukünftigen Nerds den Militärdienst etwas erleichtern oder denjenigen, welche sich bereits im Krieg befinden, noch einige Tipps liefern.

by Joey the Hobbes

6 Antworten zu “How to: Nerd@Militär

  1. Noch einfacher ist es, wenn man sich bei der Aushebung total dämlich anstellt, sprich, Depressionen, Selbstmordgedanken, Rückenprobleme, ein guter Arzt, der einem einen Brief aufsetzt, Unfähigkeit beim Sport, widersprüchliche Antworten beim Psycho-Test etc. können da helfen. Dann beim Zivilschutz zu landen hat allerdings auch einen negativen finanziellen Aspekt, sofern man nicht Student oder Schüler ist…

  2. Super Artikel Joey! Ich werde aber wohl selber die Freaksonsofasche Methode anwenden, einen netten Arzt der mir wegen Allergien einen Brief schreibt habe ich auch schon😉

  3. Nerds sollten nicht in die Rekrutenschule einziehen, weil lebensbedrohliches Territorium. Es fehlen einfach Dinge, welche ein Nerd braucht. Medien, frische Medien und nerdige Medien. Ist nicht vostellbar wie ein Nerd das „nur“ mit einem Notebook mit Emu-Games aushalten kann. Horrorgedanke. Werde wohl auch einen auf Psycho machen.

  4. Was für ein Glück dass ich untauglich für den ‚Call of Duty‘ bin! Damit gewinn ich vielleicht nicht die ‚Medal of Honor‘, aber das ist mir eigentlich ziemlich egal😛

    Ach ja wegen dem Spiel auf dem Bild: Sieht nach einem Classic-RPG aus, vielleicht was für SNES?

  5. Ahh, Harvest Moon, als Junge wollte ich auf diesem Hof leben🙂

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s