Lösungsbücher – Veraltete Geldmacherei oder sinnvolle Ergänzung?

Früher war in Sachen Gaming vieles schwerer. Die Spielfigur vertrug kaum Treffer, Speicherpunkte waren – wenn überhaupt vorhanden – äusserst rar und die Bosse hatten ihre Bezeichnung noch verdient. Vor allem aber fehlte eins: Das Internet! Heute kann jeder CoD-Cheatende Noob selbst anspruchsvolle Spiele mühelos mit Hilfe von Gamefaqs und Co. durchspielen. Wer muss schon an kniffligen Rätseln verzweifeln, wenn sich alles an den spielerischen Gehalt eines Hack ’n‘ Slays anpassen lässt? Nintendo treibt es mit seinen (ja soooo notwendigen) Ingame-Hilfsfunktionen gar in neue Höhen der Einfachheit.

Kaum vorstellbar also, dass man einst wirklich noch SELBST auf etwas kommen musste. Ein echter Schulhofheld muss derjenige gewesen sein, der ein Secret of Mana-Lösungsbuch oder das Passwort für den letzten Level eines schweren Sidescrollers besass. Ja, Lösungsbücher, Spieleberater, Strategy-Guides … Man kann sie nennen wie man will, sie haben immer eine Rolle gespielt in der Welt der Spiele, auch wenn sich diese im Laufe der Zeit verändert hat. Welches Spiel als erstes ein Lösungsbuch spendiert bekam, konnte ich nicht herausfinden, aber ich nehme an, dass das schon ziemlich bald geschah, nachdem die Spiele komplexer wurden als Pong.

Inhaltlich boten sie eigentlich nie viel. Der Informationsgehalt hält sich oftmals in Grenzen, Fehler sind üblich und viele Tipps zweifelhaft, ganz egal ob es sich dabei um ein nicht lizenziertes oder ein offizielles Lösungsbuch handelt. Denn der Primärzweck dieser „Literatur“ bestand seit jeher aus dem einzigen Ziel, mehr Geld aus dem Spiel herauszupressen. Dass dabei oft schlecht gemachter, lieblos produzierter Müll dabei ist, überrascht nicht. Gerade wenn eine Lösung vor dem Release des eigentlichen Spiels erscheint, erhöht sich diese Gefahr. Laut Wikipedia gab es sogar einmal ein Lösungsbuch, zu dem die Software am Ende nie erschien! Das heisst natürlich nicht, dass alle diese Bücher schnell dahingeworfener Schund wären, gerade durch den Erfolg von allerlei „Collector-Editions“ und ähnlichem wird immer mehr auf Extras wie Levelkarten, Artwork und Hintergrundstory geachtet. Schliesslich gilt es auch hier aus der Masse hervorzustechen! Ich erinnere mich noch, wie in meiner alten Ocarina of Time-Lösung, die ich leider ausgeliehen und nie wieder gesehen habe, eine Anleitung zum Nachspielen der Kakariko-Melodie auf der Okarina zu finden war. Solche Details finde ich grossartig, sie bringen zusammen mit einem schönen Design einen klaren Mehrwert gegenüber einem Internetguide. Und machen wir uns doch nichts vor: Wer ein Lösungsbuch kauft, tut das ja sowieso nicht um eine Spielhilfe zu haben, sondern um sich eine hübsche Trophäe ins Regal stellen zu können.

Grundsätzlich ist für jeden was dabei:

Ob für Butsch …

… Joey …

… oder meine Wenigkeit.

Wie seht ihr das? Sind Lösungsbücher überflüssige Relikte von früher, die nur noch dem Geldmachen dienen, praktische Hilfen oder reine Nerd-Sammlerware? Was sind so eure Erfahrungen damit? Schreibts in die Comments!

by Andypanther

2 Antworten zu “Lösungsbücher – Veraltete Geldmacherei oder sinnvolle Ergänzung?

  1. Tolle Thematik, welche du hier ansprichst. Grundsätzlich finde ich, dass Lösungsbücher durch das Internet abgelöst wurden. Heute sind sie noch Sammleritems.
    Selten findet man auch heute noch Lösungsbücher, welche wirklich brauchbar sind. Ein Beispiel das ich erlebt habe:
    Zu Zeiten von LotR: Battle for Middle-Earth habe ich mir das passende Lösungsbuch gekauft, da dort alle Werte der einzelnen Units vermerkt waren. Um sowas herauszufinden, hätte man sonst wohl die .ini öffnen müssen. Sehr praktisch! Leider haben sich diese Werte nach den ersten Balance-Patches (ja, EA hat echt mal nen Patch raus gebracht!) gleich wieder total verändert und der Guide verlor an Wert. Weiter waren alle Karten erklärt.

  2. Auch ich sammle (erst seit kurzem) Lösungsbücher. Also sind es auch für mich zum größten Teil lediglich „Trophäen“. Dennoch finde ich Lösungsbücher um einiges praktischer als das Internet. Es geht schneller zum Regal zu rennen, das Buch raus zu nehmen und eine Detailierte Karte aufzuschlagen (wenn diese denn stimmt) als den PC hochzufahren (der bei mir sowieso 24/7 läuft), den Browser zu öffnen, sich ein Walkthrough rauszusuchen und dann noch nach der passenden Stelle zu suchen.

    Qualitativ (sowohl vom Inhalt als auch vom Design) ist piggiback, meiner Meinung nach, die ungeschlagene Nummer 1!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s