Love for GEE – R.I.P.

Vor gut einem Jahr hat alles angefangen. Ich war auf der Suche nach einem neuen, anderen und vor allem frischen Videospiele-Magazin. Ich wollte mehr als blosse Reviews und Previews. Das Magazin sollte Inhalte zu sämtlichen Devices beinhalten, tiefer gehen und rhetorisch ausgefeilt über den Tellerrand hinausschauen. Da war sie schliesslich, die GEE, welche bereits mit ihrem Motto, „love for games„, direkt zu meinem Herzen sprach.
Doch vor gut einer Woche landete eine erschreckende E-Mail in meinem Posteingang. Die GEE wird es so, wie ich sie lieben lernte, nie mehr geben. Jetzt soll also alles bereits wieder enden?

Der Printmarkt ist hart umkämpft, die Konkurrenz ist stark. Hier spreche ich nicht nur von all den anderen Videospiel-Magazinen. Der grösste Gegner ist wohl das Internet. Reviews und Previews sind zuhauf kostenlos mit nur einem Klick erreichbar – inklusive passender Prozentwertung. Weiter werden die Online-Artikel von interaktiven Elementen oder Videos untermauert – eine grosse schwäche der Printmagazine. Dass die Nachfrage nach gedruckten Heften also sinken wird, war nur eine Frage der Zeit.

Trotzdem war ich mehr als überrascht zu erfahren, dass es nun ausgerechnet die GEE erwischt hat, denn diese war erfrischend anders. Immer und immer wieder ist es diesem Magazin gelungen, sich von der breiten Masse abzuheben. Damit spreche ich nicht die „fehlenden“ Sternchen- oder Prozentwertungen an. Hier spreche ich von einer spürbaren Liebe zu Videospielen. Spiele wurden nicht nur als Unterhaltungsmedium, sondern vielmehr als Kunstwerke dargestellt – genau so, wie es sein sollte.
Weiter warf die GEE einen von mir sehr geschätzten Blick hinter die Kulissen. Wie entsteht der Sound in Videospielen? Wie beschreiben verschiedenste Entwickler den perfekten Endgegner? Das sind alles Informationen, welche im Internet in dieser Form nicht zu finden und gerade für Videospiele-Liebhaber sehr bereichernd sind. Und genau deshalb war ich auch Abonnent der GEE. Reine Ansammlungen von Prozentwertungen finde ich schneller im Internet. Doch warum musste gerade die gedruckte Ausgabe der GEE nun dran glauben, da sie doch so anders und durch den Konkurrenten Internet nicht ersetzbar war? Ich weiss es leider nicht. Vielleicht steht die Mehrheit der Leser doch eher auf Prozentwertungen als auf gepflegte, rhetorisch ausgefeilte Berichte und Reportagen.

All diejenigen, welche zu trauern oder sich gerade für die GEE zu interessieren beginnen sollten, kann ich jedoch teilweise beruhigen. Die GEE lebt weiter. Leider in einer für mich nutzlosen Form. Die GEE wird ab der kommenden Ausgabe monatlich in digitaler Form für das iPad erscheinen (später sollen auch andere Geräte unterstützt werden). Alle drei Monate soll eine gedruckte „Zusammenfassung“ erscheinen. Dies mag Kosten sparen und dem Heft neue Türen öffnen (Stichwort Videos, Animationen etc.).
Ich wünsche dem GEE-Team, dass sie durch den Wechsel des Formates mehr Geld einsparen, als sie durch wegfallende Leser wieder verlieren werden. Auch ich zähle zu denjenigen, welche ihr Abo schweren Herzens gekündigt haben. Der Grund dafür ist simpel: Ich habe kein iPad – und ich will auch keines. Zudem mag ich es nicht, lange Texte auf Bildschirmen zu lesen. Oder anders: Ich möchte ein wertiges Produkt in meinen Händen halten, welches ich nach dem Konsum ins Regal stellen und dort archivieren kann. Das Gleiche gilt ferner auch für Videospiele.

Abschliessend kann ich der GEE für die neue Zukunft nur alles Gute wünschen und mit ihr hoffen, dass der Umstieg auf die digitale Distribution das drohende Ende abwenden und der GEE zu neuen Höhen verhelfen kann.

Eines noch: Solltet ihr, liebes GEE-Team, trotz allem eines Tages wieder auf eine Printausgabe setzen, so werde ich der erste sein, der mit Freuden ein neues Abo abschliessen wird.

by Joey the Hobbes

3 Antworten zu “Love for GEE – R.I.P.

  1. Kleine Eigenwerbung, aber weil es thematisch einfach passt erlaube ich mir das mal: Habe mit dem Ex-Chef-Red der GEE Heiko ein „Interview/Gespräch“ geführt zum Ende der GEE im Rahmen meines Podcasts: http://manuspielt.wordpress.com/2011/05/11/interview-mit-heiko-gogolin-ex-chefredakteur-der-gee/

  2. Danke. Was hat dich denn schlußendlich doch davon abgehalten? Hätte mich sehr gefreut!

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