Ausgegraben: Paper Mario

Es ist wieder Zeit ein Spiel „auszugraben“. Diesmal begeben wir uns ins Jahr 2001, als das RPG Paper Mario endlich auch bei uns für den N64 erschien. Das Spiel war einer der letzten grossen Titel für die Konsole, seine Wertungen fielen hoch aus und es ist beliebt bis heute. Ich selbst habe es unzählige Male durchgespielt und werde das bestimmt noch oft tun. Warum aber ist Paper Mario so gut?
Dass Mario die Hauptrolle in einem Rollenspiel übernimmt, ist an sich nichts Neues. Man denke nur an das legendäre, nicht in Europa erschienene Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars für SNES. Wenn man so will, ist Paper Mario also der Nachfolger, wenn auch ein anderer Weg als der des klassischen RPGs gewählt wurde. Angefangen beim sehr innovativen Kampfsystem, welches klassisches Runden-Gameplay mit Interaktivität verbindet. So ist etwa geschicktes Timing nötig, um die volle Wirkung von Attacken zu entfalten und umgekehrt gegnerische Angriffe zu blocken. Zusammen mit der Möglichkeit Orden anzulegen und zu kombinieren sowie die Fähigkeiten von Marios Partnern zu nutzen, ergibt das ein überraschend komplexes Gameplay. Hinzu kommen natürlich auch Geschicklichkeitspassagen auf der Oberwelt, die ebenfalls die Hilfe der Partner voraussetzen.

Nicht vergessen werden darf natürlich auch der einzigartige Look des Spiels: Alle Figuren sind bewusst zweidimensional dargestellt, als wären sie aus Papier. Die Umgebungen sind zwar dreidimensional, passen mit ihrer bunten Art und den Texturen aber perfekt ins Konzept. Ich ordne dieses Spiel daher auch gerne in die „2,5D“ -Kategorie ein – muss man gesehen haben!

Die Story ist typisch: Bowser stiehlt den Sternenstab der „Sieben Hohen Sterne“ und bannt diese damit in Spielkarten, die er von seinen stärksten Leuten bewachen lässt. Kurz darauf entführt er mit Hilfe seiner fliegenden Festung nicht nur Prinzessin Peach, sondern gleich den gesamten Palast mit allen Partygästen, die dort versammelt waren. Mario ist machtlos gegen Bowsers Sternenstab und wird hinausgeworfen. Nun liegt es am Spieler, die Hohen Sterne zu retten und den Palast zurückzuerobern. Diese Geschichte mag nicht besonders überraschend sein, trotzdem ist sie stimmungsvoll erzählt und bietet viele gelungene Momente. Erzählt wird das ganze in Kapiteln, die jeweils mit der Rettung eines Sterns enden. Zwischendurch übernimmt man die Kontrolle von Peach, die versucht Informationen für Mario zu beschaffen, welche sie mit Hilfe des Sternenkinds Twink vermittelt. Diese Abschnitte, die aus Schleichen und einigen Minispielen bestehen, stellen eine nette Abwechslung dar und treiben die Story voran.

Eine der herausragendsten Seiten dieses Spiels ist der Humor. Die Mischung zwischen ernst und witzig passt bei der Story immer perfekt, gerade Bowser sorgt mit seiner Art immer wieder für den einen oder anderen Lacher. Aber auch sonst wimmelt es nur so von verrückten Charakteren und absurden Situationen. Wer könnte Gumbarios Sprüche vergessen, Bombettes fanatischen Stalker-Verehrer, den gewieften Mekoopalem, den pseudo-coolen Lakilester oder den wohl hartnäckigsten Gegner aller Zeiten (wer’s gespielt hat, weiss wen ich meine). Man merkt richtig mit wie viel Liebe zum Detail hier vorgegangen wurde, wenn man wieder ein neues Easter-Egg oder ein Kochrezept entdeckt.

Auch Erwähnung verdient meiner Meinung nach die Atmosphäre. Wegen des speziellen Looks ist das Spiel erstaunlich gut gealtert. Die Umgebungen wirken teilweise wirklich märchenhaft. Zudem bekommt man einen der besten Soundtracks auf dem N64 geboten, der voller fantastischer Ohrwürmer ist.

Somit bleibt ein absolutes Pflichtspiel, das sich kein N64 oder Wii-Besitzer entgehen lassen sollte. An dieser Stelle übrigens auch eine wärmste Empfehlung für den Cube-Nachfolger Paper Mario: Die Legende vom Äonentor.

Das war’s erstmal zu diesem Klassiker, bleibt aber unbedingt dran, denn wie schon nach dem letzten „ausgegrabenen“ Retrotitel folgt auch hier ein ganz besonderes Extra, seid gespannt!

Zum Schluss hier noch einige Beispiele des grandiosen Soundtracks, der sich auch sehr gut im Podcast zu dem Thema gemacht hätte. Bis zum nächsten Mal!

by Andypanther

4 Antworten zu “Ausgegraben: Paper Mario

  1. Habe ich selber nie gespielt – sollte ich aber mal nachholen bei Gelegenheit. Bring das Modul doch mal mit ins NBN HQ?
    Vielleicht habe ich das Spiel nie richtig ernst genommen …

  2. Pingback: Wochenrückblick 15/2011

  3. Das Spiel ist genial. Unbedingt anspielen, Butschy!

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