Game Mythen: Die Minus-Welt

Super Mario Bros. für das NES ist für viele das Ur-Mario schlechthin, auch wenn der Klempner schon zuvor in den Spielhallen unterwegs war. Der Titel aus dem Jahr 1985 revolutionierte die Spielelandschaft wie kaum ein anderer. Er leitete das Ende des wirtschaftlichen „Video Game Crash“ von 1983 ein, brachte Nintendo endgültig an die Spitze der Industrie und beeinflusste die gesamte Videospielwelt nachhaltig. Super Mario wurde zur Ikone und über 40 Millionen verkaufte Einheiten waren erst der Anfang einer der erfolgreichsten Spieleserien aller Zeiten.

So ist es nicht verwunderlich, dass in diesem Klassiker auch der vielleicht bekannteste Glitch der Welt enthalten ist: Die berühmte Minus-Welt! Viele haben möglicherweise schon von einem Level mit der Zahl -1 gehört, der durch einen Trick erreicht werden kann. Dieser Level existiert, ist aber erst der Anfang…

Zuerst die Frage, warum eigentlich -1? Eigentlich hiesse der Level 36-1, aber da diese Zahl im Spiel nicht verwendet wird, erscheint sie als leere Zeile. Von einer „Minus-Welt“ zu sprechen ist daher eigentlich falsch.

Um überhaupt erst Zugang zu erhalten, muss ein Trick durchgeführt werden: Kurz vor dem Ende von Level 1-2 gibt es eine Röhre, die nach oben zum Fahnenmast führen würde. Springe auf diese Röhre und zerstöre zwei Blöcke, nur derjenige rechts neben der Röhre muss ganz bleiben. Bewege Mario nun auf den linken Rand der Röhre. Halte das Steuerkreuz nach unten gedrückt um dich zu bücken und schau nach links. Spring ihm gebückten Zustand nach rechts, jedoch ohne Marios Blickrichtung zu wechseln. Wenn es klappt, kannst du durch die Wand gehen und in einen neuen Raum gelangen. Hier gibt es drei Röhren, die rechte und linke führen in die Minus-Welt, die mittlere jedoch in den regulären 5-1 Level.

Nun sind wir also in Level -1. Wie es jetzt weitergeht, hängt von der Version ab. In den meisten NES-Versionen entspricht der Glitch-Level 2-2, einem Unterwasser-Abschnitt. Allerdings sitzt man ab hier bis zum Game Over fest, da der Level verglitcht ist. Die Röhre am Ende bringt einem bloss zum Anfang zurück.

Es gibt jedoch eine Möglichkeit, tiefer in die Minus-Welt vorzudringen. Dazu braucht man das Famicom Disk System, ein Diskettenlaufwerk für das Famicom (japanisches NES). Da wohl die wenigsten ein solches besitzen, ist ein Emulator hier eine gute Alternative. Dank der veränderten Art der Datenspeicherung einer Diskette kann -1 hier beendet werden. Ausserdem haben wir es diesmal mit einer merkwürdigen Unterwasser-Version von 1-3 zu tun – fliegende Prinzessinen und ein Bowser inklusive. Level -2 entspricht 7-3, während -3 eine Variante des 4-4 Burglevels ist. Der Level ist voller Bloopers, denen man im Spiel eigentlich nur im Wasser begegnet. Ein einfacher Sprung genügt. Am Ende des Levels wartet kein falscher Bowser, sondern nur ein weiterer gewöhnlicher Blooper, der einem den Weg ebnet zum berühmt-berüchtigten Spruch: „Thank you Mario! But our princess is in another castle!“. Danach kehrt das Spiel zum Titelbildschirm zurück. Startet man neu, sind die Levels wie beim zweiten Durchspielen, allerdings ist es leicht das Spiel komplett zum Absturz zu bringen.

Lässt man sich auf den Gebrauch von Cheats ein, ist es sogar möglich, noch verglichtere Levels bis hin zu -8 zu erforschen. Bei sämtlichen anderen Versionen ausser dem VC-Port wurde diese Ikone unter den Glitches entfernt. Wer kann, sollte dieses Stück Videospielgeschichte daher unbedingt selbst einmal ausprobieren!

Das war’s erstmal zu diesem Game-Mythos. Wer übrigens auch gute solche Storys kennt, die der NBN-Crew bis jetzt vielleicht entgangen sind, kann uns gerne schreiben. Vielleicht wird daraus ja der nächste Beitrag …

by Andypanther

Eine Antwort zu “Game Mythen: Die Minus-Welt

  1. Pingback: Game-Mythen: Missingno. | Nerdy By Nerds

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