TRVGW – Episode 4: „Alte Freunde“

Ash musste schnellstens handeln. Wer wusste schon, was Nintendo nach dem Austauschen einer Pokemon-Hauptfigur durch einen Doppelgänger noch so alles plante?
Schnell schickte er Mails – trotz Trunkenheit hoffentlich lesbar – an seine Freunde und checkte seinen „offiziellen“ Mailaccount, den er nur für die Kommunikation mit Nintendo oder den Fans verwendete. Tatsächlich, da war eine knappe Mitteilung von Nintendo: „Nehmen sie heute Abend das erste Flugzeug nach Tokio. Drehbeginn gleich nach Ankunft.“ Ihm war klar, dass sie ihm keine Zeit lassen wollten, um möglicherweise mehr über diese Vorkomnisse rund um James zu erfahren. Es war gut möglich, dass sie bereits Kenntnis davon hatten, dass die Information zu ihm durchgedrungen war.
Heute hatte es keinen Sinn mehr, über all das nachzudenken. Ash tat der Kopf weh und er wollte nur noch schlafen …
Lange konnte er nicht schlafen. Unbarmherzig riss ihn der Wecker zurück in die harte Realität, der er für nur eine so wunderbare, kurze Zeit hatte entkommen dürfen. Es half nichts. Er musste sich schnell vorbereiten und zum Flughafen gehen.
Als er durch die Stadt fuhr, fühlte er sich irgendwie genauso, wenn nicht sogar müder, als zuvor. Ash würde nicht bis ganz zum Flughafen fahren. Er würde seinen Wagen vorher parken und einen unauffälligen Nebenweg nehmen, den er zum Glück kannte.
Als er sich einer Unterführung näherte, vernahm er eine seltsam vertraute Musik … Sie musste von Strassenmusikern kommen. Tatsächlich! In der Unterführung spielte eine Gruppe Leute, die ihm wohlbekannt waren: Der frühere Jump ’n‘ Run-Held Banjo zupfte an dem Instrument, welches ihm seinen Namen einbrachte, seine Partnerin Kazooie blies in eine alte Trompete und der einst berüchtigte Conker tanzte mit seinem schmierigsten Lächeln herum, während er eine Handorgel spielte. Bis zum Flug war noch Zeit. Ash hörte sich den guten, alten Titelsong von Banjo-Kazooie zu Ende an. „Hey Ashie“, begrüsste ihn Conker, „läuft’s gut mit den kleinen Viechern? Hab gehört, du hast wieder ’nen fetten Auftrag gekriegt!“ „Das kann man so sehen“, meinte Ash nur, „aber was treibt ihr denn so? Ich wusste nicht, dass ihr euch jetzt als Musiker versucht.“ „Was sollen wir denn sonst tun“, sagte Banjo achselzuckend, „unsere goldenen Jahre sind nunmal vorüber. Wir müssen sehen, wie wir über die Runden kommen.“ „… um uns das nächste Bier holen zu können!“, antwortete Conker grinsend und öffnete ein solches. „Verstehe. Du hast dich also nicht verändert, was Conker? Und was machst du, Kazooie?“ „Ich? Ich kann mich knapp mit kleinen Rollen als fliegender Nervgegner in Action-Adventures über Wasser halten. Mehr ist nicht drin!“, sagte sie und zündete sich eine Zigarette an. „Nun“, sprach Ash, „denkt nicht, mir ginge es besser. Ich krieg zwar genug Kohle, dafür muss ich jedoch meine Seele verkaufen …“ „Oh, du armer Millionär“, antwortete Conker mit gespielter Trauer, „aber mal was anderes: Du musst doch zum Flughafen und nimmst diesen Umweg um, deinen Fans sowie den Medien auszuweichen?“ „Wie immer halt.“ „Eben. Das bedeutet, dass sie dich halt im Gebäude in Empfang nehmen! Dürfte ich da vielleicht mit?“, fragte Conker und lächelte Ash schleimig an. „Nun ich …“ „Schon gut, schon gut. Ich hab schon ’nen idiotensicheren Plan: Du behauptest einfach, ich sei Squirellred, das neue, noch nie gezeigte Pokemon der Generation 6! Die Cosplay-Girls werden ausflippen!“ Genervt verdrehte Ash die Augen. Gewisse Leute ändern sich wirklich nie. „Ach, tu ihm doch den Gefallen“, flüsterte Kazooie ihm zu, „du weisst doch, wie einsam der arme Kerl ist, seit seine Beziehung mit Berri auseinandergegangen ist …“ Da hatte sie auch wieder Recht. Berris heimliche Affäre mit Roger Rabbit  – hinter Conkers Rücken – war echt übel gewesen. „Meinetwegen. Aber benimm dich wenigstens auch wie ein Pokemon, klar?“ „Squirellred, Squirellred!“, sagte Conker daraufhin nur und grinste dümmlich. „Macht’s gut, Leute!“, sagte Ash zum Abschied und lief weiter. „Conker, Pokemon trinken kein Bier!“ „Mist!“, sagte dieser und liess sein Getränk widerwillig zurück.
Gemeinsam machten sich die beiden nun auf den Weg zum Flughafen …

Fortsetzung folgt in Episode 5: „Die Warnung“

by Andypanther

Eine Antwort zu “TRVGW – Episode 4: „Alte Freunde“

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