Die Rechte Seite der Macht gegen Star Wars

Es war einmal vor einer langen Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…. Neurechte haben Star Wars den Krieg erklärt! Sie versuchen mit aller Macht, Frauen und Minderheiten aus den Filmen fernzuhalten. Ihre Waffen sind Hasskommentare, Lügen und Social Media-Kampagnen. Die Star Wars-Fans haben eine Rebellion gegen das rechte Imperium begonnen, um die Filme zu verteidigen.

Man kennt es nur zu gut, wie der alt-right-Mob über alles herfällt, was nicht in sein männliches, weisses Weltbild passt. Frauen und andere Hautfarben als Weiss werden nur unter strengen Auflagen geduldet. So darf eine Frau etwa auf keinen Fall die Hauptrolle in einem Action-Blockbuster übernehmen, niemals! Und was ist mit den Ellen Ripleys und Sarah Connors dieser Welt? Das war bevor es 4chan und r/TheDonald gab, heute würden solche Heldinnen nicht mehr toleriert. Die Logik der alt-Righter ist simpel: Weisser Mann in der Hauptrolle = Kreative Freiheit. Nicht ein weisser Mann = Bösartige politische Agenda. Gegen diese orwellsche 2 + 2 = 5 -Argumentation ist nichts auszurichten. Die einzige Möglichkeit, mit einem Film nicht von den Neurechten kritisiert zu werden, ist ein 100% weisser Cast mit ein paar wenigen Frauen in streng festgelegten Rollen. Und das hat dann so rein gar nichts mit Rassismus und Misogynie zu tun… Den bisherigen Höhepunkt bildete das Ghostbusters Remake/Reboot von 2016, welches zum Symbol des Frusts über Hollywoods Ideenlosigkeit und Remake-Flut wurde und eine nie dagewesene Hasswelle auslöste. Die vier Frauen in den Hauptrollen hatten damit selbstverständlich nichts zu tun, es war bloss rein zufällig das schlimmste Remake/Reboot aller Zeiten. Genauso rein zufällig war es auch die schwarze Schauspielerin, die am meisten angegriffen wurde.

Die Sequel-Trilogie eignet sich in solchen Kreisen natürlich ideal als Zielscheibe. Eine Protagonistin! Und ein Schwarzer und eine Asiatin in weiteren Hauptrollen! Und überhaupt, die Rebellion wird von einer Frau angeführt, welch Provokation! Am meisten muss natürlich die Protagonistin Rey einstecken, wofür auf das bewährte Instrument der Mary Sue-Kritik zurückgegriffen wird. Mit einem Mary Sue-Charakter ist eine Person gemeint, die unglaublich gut in allen möglichen Dingen ist und keine Persönlichkeit hat. Der Begriff hat seine Wurzeln in der Welt der Fanfiction und ist insbesondere für Charaktere gedacht, die als Personifizierung des Autors daherkommen, als dessen Machtphantasie. Ein Mary Sue-Charakter kann prinzipiell männlich oder weiblich sein, aber dass der Begriff selbst weiblich ist, ist kein Zufall. Die Mary Sue-Kritik ist zu einer der Lieblingswaffen der alt-Righter geworden, mit der jede starke Frauenfigur angegriffen werden kann. Es ist irrelevant, dass der Begriff eigentlich nur für Fanfiction vorgesehen ist und es ist auch irrelevant, dass man diese falsche Verwendung auch auf einen Luke Skywalker (warum kann er ganz am Anfang von „Empire“ plötzlich Telekinese einsetzen, das hat ihm doch niemand beigebracht!) anwenden könnte, denn wir haben es hier nicht mit rationalen Menschen zu tun. Es handelt sich stattdessen um frustrierte Männer, die einen externen Grund für ihre Probleme suchen: Flüchtlinge, LGBTs, „Gutmenschen“ – oder halt fiktive Personen.

Zum Glück für die „Rechte Seite der Macht“, kommt aber als nächstes der Han Solo-Film, wo der männlichste aller Star Wars-Charaktere im Fokus steht. Oh, wait… Da kommt aber auch Lando Calrissian vor…

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