PSN-Hackerangriff: Linux der Auslöser?

Der Angriff auf das PS-Netzwerk wird wohl so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Seit mehreren Wochen ist das PSN nun offline, die Spieler sind genervt. Nicht mehr online spielen zu können ist jedoch nur das kleinste Übel, denn wie mittlerweile neben Webseiten auch Tageszeitungen berichten, wurden über 100 Millionen Benutzerdaten entwendet – darunter wohl auch einige Kreditkarteninformationen. Wenn man bedenkt, dass bereits rund 2000 dieser Daten im Internet kursieren, kann dies ein teures Spielvergnügen werden. Die zwei von Sony versprochenen Gratisspiele werden daran wenig ändern.
Doch warum wurde eine einst so sichere Konsole plötzlich auf eine so üble Art und Weise gehackt? Hat alles mit Linux begonnen? – Hä? Warum Linux?

Wir erinnern uns: Die PS3 blieb als die letzte der drei aktuellen Konsolen sehr lange geschlossen, was also heisst, dass keinerlei Raubkopien oder Homebrew-Software auf der Konsole liefen. Warum? An dieser Stelle möchte ich etwas weiter ausholen und einige Punkte erwähnen, die vielen vielleicht unbekannt sind: Hacker sind grundsätzlich nicht nur böse und haben weiter auch nicht wirklich die Absicht, die Spieleindustrie durch Raubkopien auszutrocknen.

Für viele Hacker ist das Hacken ein Sport. Das häufige Ziel: Linux auf dem Gerät laufen lassen. Hier haben wir es also, Linux. Erst muss jedoch klar gemacht werden, dass diejenigen, welche die Konsolen öffnen, meist nicht die bösen Buben sind, welche im Anschluss die Modchips und Raubkopien verbreiten. Also kurz und knapp: Erst kommen die guten Sportler und machen die harte Arbeit und im Anschluss folgen die bösen Cracker und Raubkopierer, welche die Industrie schädigen.

Warum wurde also die PS3 nicht gleich zu beginn von den Sportlern geöffnet, um ihr liebes Linux zu betreiben? Die Antwort ist so einfach wie genial: Linux war von Anfang an auf der PlayStation 3 lauffähig. Es gab für die Hacker also kaum einen Grund, das Gerät zu öffnen – sie hatten ja bereits, was sie wollten. Die Folge: Die Hacker machten sich nicht an die Konsole und somit standen auch die bösen Cracker und Raubkopierer vor verschlossenen Türen.

Warum hat sich die Lage nun geändert? Mit dem Release der PlayStation 3 Slim entfernte Sony plötzlich die Linux-Kompatibilität – warum auch immer. Das war der Anfang vom Ende. Es kam, wie es kommen musste: Die PlayStation 3 wurde zum Ziel der Hacker. Getrieben von Enthusiasmus und sicherlich auch einer Priese Wut gelang es den Hackern schon bald die Konsole wieder zu öffnen. Die Cracker und Raubkopierer rieben sich nun die Hände. Meiner Meinung nach war diese Aktion von Sony also mehr als ein Reinfall (aka fail).

Dies ist die Anleitung, um die Hackergemeinde wütend zu machen. Was sind die Folgen? Vielleicht ein lahmgelegtes PSN? Vielleicht 100 Millionen gestohlene Benutzerdaten mit unzähligen Kreditkarteninformationen?
Aus Fairnessgründen muss aber nebst einem Racheakt auch Kreditkartenbetrug in Betracht gezogen werden. Vielleicht ging es nur ums Geld und die Täter wissen womöglich nicht einmal von Sonys “Linux-Bann”.
Wer hinter den jüngsten Angriffen steht, ist aktuell noch unbekannt. Unter Verdacht steht die Hackergruppierung Anonymous. Bereits einmal waren sie für einen Angriff (ohne Datenklau) verantwortlich. Bislang wiesen sie sowie auch der berühmte Hacker George Hotz aka GeoHot sämtliche Anschuldigungen von sich.
Neusten Berichten zufolge soll sich Anonymous – bzw. halbwegs autonome Teile davon – jetzt doch zum Angriff bekennen. Offiziell ist jedoch noch nichts geklärt.

Eine kleine Erleichterung: Das PlayStation Network soll laut aktuellen Berichten von Sony bald – jedoch frühestens nächste Woche – wieder online gehen. Sony befindet sich in der Endphase der Servertests.

Doch kann Vergangenes bekanntlich nicht rückgängig gemacht werden. Jetzt ist vor allem der Blick in die Zukunft und folglich das Treffen der richtigen Massnahmen und Schlüsse wichtig.
Einmal mehr hat dieser Vorfall gezeigt, dass Daten im Internet nicht vollkommen sicher sind und dies wohl auch nie sein werden. Das muss man sich als Konsument ständig bewusst sein und sich auch mal eine Sekunde den möglichen Risiken zuwenden.
Und was lernen die Vertreiber? Mein Tipp an Sony, Microsoft und Nintendo für ihre zukünftigen Konsolen: Lasst den Hackern doch einfach ihr Linux …

by Joey the Hobbes

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